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Bach – musikpädagogisch betrachtet

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Suzanne Cornelia van Kempen

Im Gegensatz zu anderen Publikationen wird J. S. Bach in dieser Veröffentlichung «musikpädagogisch betrachtet». Einerseits werden die biografischen Aspekte in Bachs Leben beleuchtet, andererseits wird untersucht, welche musikpädagogischen Aspekte im Werk Bachs in der heutigen Musikpraxis fruchtbar eingesetzt werden können. Dazu werden ausgewählte Lehrwerke, Zeitschriftenartikel, Multimedien sowie außerschulische Musikveranstaltungen wie Kinder- und Familienkonzerte u. ä. in einem nach der BWV-Ordnung erstellten Verzeichnis vorgestellt. Diese vielumfassenden Informationen zu Bach können für die Schulpraxis sowie in der allgemeinen Musikvermittlung herangezogen werden, um unterschiedlichen Musikliebhabern im 21. Jahrhundert eine Nähe zu dem oft «fernen Bach» zu ermöglichen.

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A. Einleitung Forschungsstand und Aufgabenstellung

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In wissenschaftlicher Literatur sowie in Biografien über Bach wird dessen Größe als Komponist und sein nachhaltiger Einfluss auf die musikalische Nachwelt deut- lich. Dahingegen wird in der gesamten Bach-Literatur relativ wenig über Bachs Tä- tigkeit als Lehrer erwähnt. Außerdem erwecken bestimmte Aussagen den Eindruck, Bach sei kein großer Musikpädagoge gewesen. Ein Beispiel dafür ist folgende Be- hauptung Albert Schweitzers, eines der berühmtesten Bach-Biografen: „Das Ratsmitglied, welches in der Sitzung nach seinem Tode äußerte, ‚Herr Bach wäre zwar ein großer Musiker, aber kein Schulmann gewesen‘, hatte ganz recht. (...). Von Bach könnte man behaupten, daß mit größerem Lehrtalent keiner jemals ein schlechterer Schulmeister gewesen sei. Aber denen, die bei ihm ler- nen wollten, war er ein ausgezeichneter Führer.“1 Schweitzers Aussage zeigt insgesamt die Widersprüchlichkeit in der Einschätzung bezüglich Bachs Fähigkeiten als Pädagoge auf. Dieser Widerspruch respektive Gegensatz ist auch Thema in einem aktuelleren Zeitschriftenartikel von Monika Heinrich2 über Bachs Rolle als Lehrer. Die Autorin nimmt die oben erwähnten Zi- tate als Ausgangspunkt und zeigt die verschiedenen Aspekte von Bachs pädagogi- schen Tätigkeiten (Rolle als Thomaskantor, Chorarbeit, Privatunterricht, Lehrme- thoden). Sie schließt den Artikel mit der Feststellung, dass Bach als Lehrerpersön- lichkeit sehr unterschiedlich zu beurteilen sei und beide Ansichten ihre Berechti- gung hätten: Johann Sebastian Bach sei „‚kein Schulman‘, aber ein ‚ausgezeichne- ter Lehrer der Musik‘“3 gewesen. Aus dieser widersprüchlichen Sichtweise auf Bachs Rolle...

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