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Rudolfsheim – Krieau – Raimundtheater oder Der Fall Franz Rückauf sen.

Ein Ausschnitt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Wiener Leben und Kultur

Peter Pabisch

Im Mittelpunkt der Kulturstudie steht der liberale Wiener Bürger Franz Rückauf sen. (1838-1920). Er brachte es zum Gemeinde- und Stadtrat 1891 in der ersten Legislaturperiode von Groß-Wien und vertrat dabei Rudolfsheim, den damals 14. Wiener Gemeindebezirk. Dieser Großfuhrwerksbesitzer und erklärte Bürger leistete viel für die österreichische Pferdezucht, war jahrelang Erster Vizepräsident des Wiener Trabrennvereins Krieau und auch Präsident der Wiener Einspänner-Genossenschaft. Als Kulturbeflissener nahm er auch kurze Zeit die erste Präsidentschaft des Wiener Raimundtheater-Vereins an. Trotz seines Einflusses und Einsatzes gelang es ihm nicht, der Klassengesellschaft zu begegnen, die auch von antisemitischen Tendenzen durchsetzt war. Als Freimaurer hielt er an Sozial- und Menschenrechten fest, zog sich aber im Alter als Privatier zurück.

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5. Thema Raimundtheater 119

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119 5. Thema Raimundtheater In der Leipziger Zeitschrift Gartenlaube, 3, 1893, des verantwortlichen Redak- teurs Adolf Kröner heißt es wörtlich:1 Das Raimundtheater in Wien. /(...)/ Es ist unverkennbar: Wien macht gewaltige An- strengungen, seinen alten Ruf als Theaterstadt sich zu bewahren. Wenige Jahre sind ver- gangen, seit das Deutsche Volkstheater erstand, und schon wieder hat ein neuer Musen- tempel seine Pforten aufgethan, das „Raimundtheater“. Was der Name Raimund in der Geschichte der österreichischen Volkspoesie bedeutet, das ist in der ‚Gartenlaube‘ aus Anlaß von Raimunds hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1890 gewürdigt worden. Damals haben wir unseren Lesern auch ein Bild des Dich- ters vorgeführt (Nr. 28). Wie nun die Anregung zu dem Bau des Raimundtheaters hervor- gegangen ist aus der Feierstimmung jenes Gedenktages, so ist auch der Name, der heute von der Stirn des neuen Schauspielhauses herableuchtet, ein Programm. Das erste Raimundtheater in Wien, Foto in der Gartenlaube, 3, 1893. 1 Gartenlaube 3, 1893, 875-76. Vierteljahresschrift, hrsg. unter verantwortlicher Re- daktion von Adolf Kröner. Leipzig: Verlag von Ernst Keil’s Nachfolger. 120 Es wird weiter in diesem Sinne betont, dass das Theater das „Volksstück in seinen besten Vertretern pflegen“ wolle, besonders das „Wienerische Volks- stück,“ und „ein Burgtheater für das Volk“ sein solle. Es sei auch „nicht im Her- zen der Stadt, nicht in den Vierteln der Reichen und Vornehmen“ gelegen, „son- dern draußen in der Wallgasse, unfern der alten ‚Linie‘, in einer gewerbfleißigen und industriereichen Gegend, und...

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