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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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1 Phonetische Grundlagen 17

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17 1 Phonetische Grundlagen 1.1 Zweige der Phonetik So zahlreich die Zeugnisse früher Beschäftigung mit Sprachschallerscheinungen sind, so jung ist die Geschichte ihrer systematischen Erforschung. Zwar fertigten altindische Grammatiker schon ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung Beschreibungen von Sanskritlauten an, um die Aussprachetradition sakraler Formeln zu bewahren; wohl findet sich auch bei Philosophen und Grammatikern der klassischen Antike die ein oder andere Überlegung zu Fragen der Lautung, die die Renaissance wieder aufgreift und um neue Aspekte ergänzt – darunter Leonardo da Vinci mit seinen Untersuchungen zur Anatomie des Kehlkopfes und Antonio de Nebrija mit diversen Überlegungen zum Verhältnis von letras y boces, also Schrift und Lautung, in seiner Gramática de la lengua castellana von 1492 -; als eigenständiges wissenschaftliches Fach hat sich die Phonetik erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etabliert. Umso rasanter verlief dafür ihre anschließende Entwicklung bis hin zur Auffächerung in einzelne Zweige mit unterschiedlicher Ausrichtung und Methode. Immer geht es dabei aber um Schallereignisse, mit denen sich Menschen sprachlich verständigen, und zwar im umfassenden Sinn des griechischen Worts phoné, das neben 'Laut' auch 'Ton' und 'Stimme' meinen kann.1 1.1.1 Artikulatorische, akustische und auditiv-perzeptive Phonetik Die traditionelle Aufgliederung der Phonetik in drei Teildisziplinen folgt den wichtigsten Instanzen sprachlicher Kommunikation. SprecherIn HörerIn Medium/Kanal ⇒ (über)trägt das Schallsignal ⇒ kodiert und erzeugt ein Schallsignal empfängt und dekodiert das Schallsignal bestimmt Kode Sprache Abbildung 1-1: Einfaches Kommunikationsmodell Am Anfang steht immer jemand, der etwas sagen möchte....

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