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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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2 Strukturalistische Phonologie 59

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59 2 Strukturalistische Phonologie 2.1 Das Phonem Dass wir gesprochene Wörter einer uns bekannten Sprache ohne besondere Probleme verstehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie begegnen uns nämlich in nahezu unendlich vielen Aussprachevarianten, die auch bei noch so enger phonetischer Transkription nicht mit allerletzter Präzision wiedergegeben wer- den können. Warum ein Wort niemals in genau demselben Lautkleid erscheint, lässt sich unter Hinweis auf dreierlei begründen. - Da ist einmal der individuelle Beitrag zur Aussprachevielfalt. Er fußt nicht nur auf den immer vorhandenen Größen- und Gestaltsunterschieden im Sprech- werkzeug einzelner Personen und ihrer jeweiligen physischen und psychischen Verfassung, sondern auch auf individuellen Gewohnheiten hinsichtlich des Um- gangs mit Freiräumen, die die benutzte Sprache offen lässt. So erlaubt das spanische Lautsystem bei den Vokalen eine recht große Bandbreite an Realisie- rungen, weshalb man in einem Wort wie rosa den ersten Selbstlaut bei mittlerem Öffnungsgrad in allen denkbaren Schattierungen zwischen  und  aussprechen kann und den zweiten bei vollständiger Mundöffnung zwischen zentralem  und hinterem . Derartige Freiräume fehlen auch bei den Konso- nanten nicht: Solange man rosa mit einem Mehrfachvibranten beginnt, ist es unerheblich, ob man zwei, drei oder zehn Anschläge ausführt und es dabei mit der Mehrheit hält, die ein Zungenspitzen- bevorzugt, oder aber das Zäpfchen zur Bildung eines  flattern lässt. Auch beim Sibilanten  muss nicht viel mehr als eine Rille in der Vorderzunge vorhanden sein, weil die Freiheit erst an der Grenze zum Missverständnis...

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