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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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4 Die spanischen Phoneme und ihre Aussprache 79

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79 4 Die spanischen Phoneme und ihre Aussprache 4.1 Zum Problem lautlicher Korrektheit 4.1.1 Norm(en), Varietäten, Standard Zwischen Saussures Langue als System distinktiver Möglichkeiten und Parole als deren konkreter Anwendung durch jemand, der ein bestimmtes Kommunika- tionsziel verfolgt, schiebt sich noch eine mittlere Ebene mit dem in einer Sprachgemeinschaft allgemein Gebräuchlichen oder Üblichen. So sind z. B. Passivsätze im Spanischen genauso möglich wie im Deutschen, aber ver- gleichsweise seltener: Rogamos a los clientes dejen el apartamento de forma similar a como lo han encontrado gegen Die Kunden werden gebeten ... Analog dazu kann man auch im Spanischen durchaus ein Bild von jemand "schießen" (tirar una foto), häufiger ist jedoch hacer una foto. Und nicht zuletzt gehört usuelle Verschiedenheit zur Aussprache, nicht nur beim Phoo gegenüber dem unbehauchten span. foo. Eugen Coseriu hat die hier angesprochene Zwischenebene 1952 singula- risch vereinfachend Norm genannt, dabei allerdings nicht nur eine statistisch erfassbare Normalität vor Augen gehabt, also eine Menge sogenannt "deskripti- ver" Normen; die normative Kraft des Faktischen sorgt ja dafür, dass sich an den traditionell üblichen Sprachgebrauch stets Erwartungen hinsichtlich des zukünf- tigen knüpfen, die letztlich einer "präskriptiven" Norm gleichkommen.1 Je nach äußeren Gegebenheiten können die Gepflogenheiten bzw. Erwartungen aller- dings divergieren: In der Öffentlichkeit spricht man/frau gewöhnlich anders als im Kreis der Familie, und die Muster von gesellschaftlichem Oben und Unten fallen ebenso wenig zusammen wie die von Stadt und Land. Innerhalb...

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