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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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6 Neuere phonologische Ansätze 145

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145 6 Neuere phonologische Ansätze 6.1 Nonlineare Phonologie Die phonologischen und phonetischen Repräsentationen des SPE-Ansatzes gel- ten als linear, weil sie die Ausdrucksstruktur sprachlicher Einheiten nur als eine Kette aufeinanderfolgender Segmente darstellen, von denen jedes sein spezifi- sches Merkmalsbündel erhält. Dieses Verfahren hat einige Nachteile, von denen zwei auf der Hand liegen. Einmal kann damit der Silbe als traditioneller Be- zugsgröße für so Unterschiedliches wie Auslautverhärtung oder Betonung nicht Rechnung getragen werden. Hier zwingt die Silbenfeindlichkeit der klassischen generativen Phonologie zu so umständlichen Kontextangaben wie C0VC0, wie in 5.4.1.1 zu sehen war. Zum anderen wird die lineare Repräsentation auch der Wortbetonung selbst nicht gerecht, weil sie diese als [n-stress] an Vokalen festmacht und damit in eine Reihe mit genuin segmentalen Merkmalen wie [+son, -cons, +cont] stellt. Wie wenig adäquat das ist, belegt z. B. die spielerische Silbenvertauschung im Lunfardo, der einstmaligen Gauner-, heute nur mehr saloppen Umgangssprache von Buenos Aires. Un litro de vino erscheint dort scherzhaft als un troli de novi, die ursprüngliche Akzentstruktur bleibt aber unangetastet. Wäre [1stress] tatsächlich ein Vokalmerkmal, müsste die "al revés" gesprochene oder vesre-Form klarerweise *un trolí de noví lauten. Weniger offensichtlich ist dagegen ein drittes Manko in Repräsentationen der gPh, nämlich die stillschweigend vorausgesetzte Gleichwertigkeit und ge- genseitige Unabhängigkeit aller binären Merkmale, obwohl einige darunter an- dere implizieren, wie gleich zu sehen sein wird. Die angedeuteten Schwächen haben ab Mitte der 1970er Jahre...

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