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Das Juditbuch im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts

Exegese – Predigt – Musik – Theater – Bildende Kunst

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Elisabeth Birnbaum

Die Studie erschließt aus umfangreichem Quellenmaterial des 17. und 18. Jahrhunderts bibelwissenschaftliche und künstlerische Interpretationen des Juditbuches im historischen und kulturellen Umfeld Wiens. Sie klärt unter anderem den Zusammenhang der besonderen Beliebtheit des Juditbuches mit den zahlreichen kriegs- und seuchenbedingten Notsituationen der Stadt. Ebenso wird die Verbindung zwischen der einseitig tugendhaften Stilisierung Judits und der Thronbesteigung Maria Theresias verdeutlicht. Die Veröffentlichung dreier bislang ungedruckter Oratorienlibretti rundet den Band ab.

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Judit im Theater 233

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Judit im Theater Vorbemerkungen Theater des Barock Das Theater des Barock bestand in Österreich aus drei wichtigen Gattungen: aus der Oper, die im 17. Jahrhundert in Italien entstanden war und bald ihren Sie- geszug nach Wien antrat; aus den Volksschauspielen und Wanderbühnen und aus dem Jesuitendrama. Die Oper hatte zu dieser Zeit noch kein Interesse für den Judit-Stoff, denn dieser fiel in die Kategorie Oratorium. Unter den Volks- schauspielen und Stücken von Wanderbühnen findet sich im Barock keine nach- gewiesene Aufführung einer „Judit“, was nicht bedeutet, dass keine stattgefun- den haben kann. Doch muss ich mich mangels anderer Quellen auf ein Werk der Gattung: Jesuitendrama beschränken. Jesuitendrama Das Jesuitendrama war eines der einflussreichsten Instrumente des Ordens zum Zwecke der Erziehung zu christlicher Lebenshaltung und der Verbreitung zent- raler Glaubensbotschaften. Die Jesuiten erkannten bald, dass in der Heranbil- dung der Jugend eine große Möglichkeit lag, Menschen zu Christen in ihrem Sinne zu erziehen. In den Schulen der Jesuiten sollte der menschliche Verstand zur Erkenntnis religiöser Wahrheiten gelangen. Ebenso wichtig war aber die Förderung der Phantasie, um diese Wahrheiten im ganzen Menschen zu veran- kern. 1551 waren die Jesuiten von Kaiser Ferdinand I. nach Wien gerufen wor- den, 1554 erhielten sie das Haus der Karmeliter am Hof, das Profeßhaus, und bereits ein Jahr später fand die erste Jesuitenaufführung statt. Erst bediente man sich der Komödien von Plautus oder Terenz, ab 1600 setzte die Eigenproduktion der Jesuiten ein. Der...

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