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Das Mittelalter in Romanen für Jugendliche

Historische Jugendliteratur und Identitätsbildung

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Melanie Rossi

Das Mittelalter stößt seit Jahren auf reges öffentliches Interesse und erfreut sich auch in der Jugendliteratur großer Beliebtheit. Dieser Band analysiert an zahlreichen Textbeispielen aus Romanen für Jugendliche die Darstellung von Themen und Motiven mittelalterlichen Ursprungs, historisch bedingter Problemlagen sowie ihrer möglichen Auswirkungen auf den Einzelnen. Im Fokus der Untersuchung steht die Frage nach dem Einfluss der jugendliterarischen Darstellung des Mittelalters auf die jugendliche Entwicklung einer Vorstellung von dieser Epoche. An ihrem Beispiel wird so auch die didaktische Relevanz geschichtserzählender Jugendliteratur deutlich, indem zugleich nach ihrer Wirkung auf die historisch vermittelte Identitätsbildung gefragt wird. Die Diskussion einschlägiger Positionen zur historischen Jugendliteratur und ihren Wirkungsmöglichkeiten begleitet die Darstellung. In die Untersuchung fließen fortlaufend konkrete Hinweise zur Behandlung der Texte im Deutsch- und Geschichtsunterricht ein.

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2 Didaktische Positionen, pädagogische und psychologische Grundlagen 35

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35 2 Didaktische Positionen, pädagogische und psychologische Grundlagen 2.1 Kinder- und Jugendliteratur in der Literaturdidaktik 2.1.1 Thematische und motivationale Voraussetzungen jugendlichen Leseverhaltens Die Unterrichtspraxis zeigt in unregelmäßigen Abständen: die Frage nach dem Cha- rakter eines gern gelesenen Buches beantwortet eine überwiegende Zahl an Schülern bis in die Oberstufe damit, dass das zu Lesende spannend oder lustig sein müsse.1 Da- bei bevorzugen weibliche Jugendliche das inhaltlich für sie konzipierte Mädchenbuch und auch das problemorientierte Jugendbuch ist relevant, während die sogenannte „Hoch“-Literatur nur von etwa 10% der Jugendlichen rezipiert wird.2 Autoren betref- fend greifen Jugendliche gerne zur Lektüre überwiegend anerkannter Aut1oren wie Erich Kästner, Michael Ende und Christiane Nöstlinger sowie Gudrun Pausewang un- ter den Jugendbuchklassikern, aber auch denen, die ebenso für Erwachsene schreiben, wie z.B. Stephen King.3 Deutlich ist ein Einbruch in der Lektürebiographie mit etwa 15 Jahren.4 Auffallenderweise korrespondiert der Neigung von Jugendlichen zu Fantasy-Roma- nen „ein sich immer mehr ausdifferenzierender Sinn für Historisches“;5 die Häufigkeit der Lektüre historischer Jugendliteratur war jedoch bislang nicht Gegenstand eigener empirischer Untersuchungen. Holger Zimmermann allerdings stellt fest, dass sich die geschichtliche Kinder- und Jugendliteratur bei jüngeren Schülern und Jungen größerer Beliebtheit erfreut, ab etwa 13 bis 15 Jahren aber auch in diesem Bereich eine Abkehr hin zur Lektüre für ein intendiertes Erwachsenenpublikum zu beobachten ist.6 Erklär- bar scheint dies vor dem Hintergrund der zunehmenden ästhetischen wie inhaltlichen 1 Entsprechend auch...

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