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Das Mittelalter in Romanen für Jugendliche

Historische Jugendliteratur und Identitätsbildung

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Melanie Rossi

Das Mittelalter stößt seit Jahren auf reges öffentliches Interesse und erfreut sich auch in der Jugendliteratur großer Beliebtheit. Dieser Band analysiert an zahlreichen Textbeispielen aus Romanen für Jugendliche die Darstellung von Themen und Motiven mittelalterlichen Ursprungs, historisch bedingter Problemlagen sowie ihrer möglichen Auswirkungen auf den Einzelnen. Im Fokus der Untersuchung steht die Frage nach dem Einfluss der jugendliterarischen Darstellung des Mittelalters auf die jugendliche Entwicklung einer Vorstellung von dieser Epoche. An ihrem Beispiel wird so auch die didaktische Relevanz geschichtserzählender Jugendliteratur deutlich, indem zugleich nach ihrer Wirkung auf die historisch vermittelte Identitätsbildung gefragt wird. Die Diskussion einschlägiger Positionen zur historischen Jugendliteratur und ihren Wirkungsmöglichkeiten begleitet die Darstellung. In die Untersuchung fließen fortlaufend konkrete Hinweise zur Behandlung der Texte im Deutsch- und Geschichtsunterricht ein.

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6 Ausblick 305

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305 6 Ausblick Auch nach eingehender Darstellung des Themen- und Motivspektrums geschichtser- zählender Jugendliteratur über das Mittelalter sowie seinen Einflussmöglichkeiten auf die historisch vermittelte Identitätsbildung bleiben Fragen ungeklärt, zugleich eröffnen sich neue. Insgesamt sind folgende zu nennen: 1. Mit Blick auf den Deutschunterricht müsste das didaktische Konzept zur Vermitt- lung von mittelalterlicher Literatur, das Ina Karg1 skizzierte, mit dem Ziel weiterentwickelt werden, durch die Lektüre historischer Jugendliteratur über das Mittelalter an literarische Texte aus dieser Epoche heranzuführen. In Hinblick auf einen Fächer verbindenden Unterricht wäre insbesondere zu reflektieren, inwieweit die Schüler ihre durch die Lektüre gewonnenen Kenntnisse und Einsichten im Ge- schichtsunterricht einbringen können bzw. ob und wie sie diese einbringen. 2. In gattungsgeschichtlicher Hinsicht wäre ein vergleichender Blick auf die histori- sche Entwicklung der Jugendliteratur über das Mittelalter in länger zurückliegender Zeit aufschlussreich. Dies gilt v.a. hinsichtlich jeweils bestimmender Vorstellungen von der Epoche und damit verbundener erzieherischer Absichten; insbesondere wäre an die Anfänge der Jugendliteratur in der Aufklärung zu denken, an die Mit- telalterdarstellung im 19. Jahrhundert, im Kaiserreich sowie in der Zeit des Natio- nalsozialismus. 3. So könnte eine Untersuchung des insgesamt eher neuen Genres des erzählenden Jugendsachbuchs – hier vorgestellt am Beispiel von George Dubys „Die Ritter“2 – ergänzt werden, das z.B. hinsichtlich seines Sprach- und Figurenspektrums in sei- ner Wirkung auf die Leser untersucht werden könnte. Motiviert durch die Neugier auf Informationen können...

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