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Die Zukunft der Deutschen Marine

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Hajo Lippke

Mit dem seit Ende des Ost-West-Konflikts erfolgten Strategiewandel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ist auch eine Umorientierung der Bundeswehr erforderlich geworden. Zu dem ursprünglichen Hauptaufgabengebiet der Landes- und Bündnisverteidigung sind neue Aufgaben gekommen und in den Fokus geraten. Krisen- und Konfliktprävention, UN-Einsätze (sowohl humanitäre als auch militärische), Einsätze «out-of-area» und die Wahrnehmung deutscher Sicherheitsinteressen rund um den Erdball werden in zunehmendem Maße zu wichtigen und teilweise bestimmenden Einsatzfaktoren. In dieser Studie wird die Rolle, die die Deutsche Marine in diesem neuen Umfeld hat, untersucht und ein Ausblick auf mögliche Einsatzszenarien sowie Struktur und Ausrüstung der deutschen Seestreitkräfte gegeben.

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3. Sicherheitspolitische Situation nach 1990

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Die Konfrontation der beiden großen Machtblöcke endete mit den Ereig- nissen des Mauerfalls in Deutschland, der Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes. Die Welt wandelte sich von einem starren Gefüge bipolarer Ordnung zu einem multipolaren System, das im Ge- gensatz zu der Zeit der Ost-West-Konfrontation zwar nicht mehr vor der Möglichkeit eines alles auslöschenden nuklearen Krieges stand, dafür aber eine wachsende Zahl kleinerer, lokaler Konflikte zu verzeichnen hatte. Die Anpassung der Bundesrepublik Deutschland an diese neue Situation und die Ausprägung einer „reformierten“ Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden in diesem Kapitel untersucht. Die folgen- den Leitthesen werden dabei herangezogen: - Der Gewinn an Souveränität, den das wiedervereinigte Deutsch- land verzeichnen konnte, erforderte im Gegenzug ein verstärktes weltpolitisches Engagement, das langfristig auch den Einsatz militärischer Mittel notwendig machte. - Für die Bundeswehr bedeutete dieses gestiegene Engagement der Bundesrepublik eine drastische Umgestaltung, da nun nicht mehr die Landes- bzw. Bündnisverteidigung, sondern die Einsatzfähig- keit bei konflikteindämmenden und konfliktbeendenden Operati- onen erforderlich wurde. Am 9.11.1989 fiel die Berliner Mauer, und mit der sich anschließenden Wiedervereinigung setzte sich eine Entwicklung fort, die einerseits mit dem Kollaps des Ostblocks endete, andererseits aber die wiedervereinig- te Bundesrepublik wieder zu einem vollständig souveränen Staat mach- te. Waren sowohl Bundesrepublik als auch Deutsche Demokratische Re- publik während der Zeit der Blockkonfrontation lediglich teilsouverän in ihr jeweiliges Verteidigungsbündnis eingebunden gewesen, so änderte sich im Laufe der 90er Jahre...

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