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Die Zukunft der Deutschen Marine

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Hajo Lippke

Mit dem seit Ende des Ost-West-Konflikts erfolgten Strategiewandel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ist auch eine Umorientierung der Bundeswehr erforderlich geworden. Zu dem ursprünglichen Hauptaufgabengebiet der Landes- und Bündnisverteidigung sind neue Aufgaben gekommen und in den Fokus geraten. Krisen- und Konfliktprävention, UN-Einsätze (sowohl humanitäre als auch militärische), Einsätze «out-of-area» und die Wahrnehmung deutscher Sicherheitsinteressen rund um den Erdball werden in zunehmendem Maße zu wichtigen und teilweise bestimmenden Einsatzfaktoren. In dieser Studie wird die Rolle, die die Deutsche Marine in diesem neuen Umfeld hat, untersucht und ein Ausblick auf mögliche Einsatzszenarien sowie Struktur und Ausrüstung der deutschen Seestreitkräfte gegeben.

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6. Kapitel – Kooperation

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229 6. Kooperation Die Deutsche Marine ist – wie bereits in den vorherigen Kapiteln ange- schnitten – keine Seestreitmacht, die Einsätze in alleiniger Verantwor- tung absolviert. Schon aus taktischen Gründen ist eine Zusammenarbeit mit den anderen Teilstreitkräften der Bundeswehr erforderlich; aus poli- tischen Gründen werden Einsätze außerhalb der eigenen Hoheitsgewäs- ser außerdem in einer der großen Bündnisorganisationen gemeinsam geplant und durchgeführt. Unter welchen Bedingungen diese Formen der Kooperation stattfinden, wird in diesem Kapitel analysiert, wobei folgende Thesen überprüft werden sollen: - Die Fähigkeit zur Kooperation gehört zu den Grundverständ- nissen der taktischen Zusammenarbeit von Seestreitkräften. - Koordinierte Zusammenarbeit beginnt bei der Kooperation von unterschiedlichen Marineeinheiten, setzt sich fort bei der Zusam- menarbeit zwischen Einheiten verschiedener Teilstreitkräfte und endet bei multinationaler Zusammenarbeit auf allen militärischen Ebenen. - Koordination ist im Sinne des heute üblichen Baukasten-Systems bei der Zusammenstellung von Einsatzverbänden („tailored to mission“) unabdingbar, um leistungsstarke und den Missions- zielen angepasste Einheiten aufbieten zu können. 6.1. Streitkräftegemeinsame Ansätze Eine strikte Unterteilung des Schlachtfeldes in die Bereiche „Boden“, „See“ und „Luft“ ist heute angesichts der modernen Bedrohungen und der umfassenden Waffensysteme nicht mehr ohne weiteres möglich. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwanden langsam die Grenzen zwi- schen den verschiedenen Waffengattungen: Zuerst erfolgte das gemein- same Vorgehen von Land- und Luftstreitkräften, als erstes vorangetrie- ben von der deutschen Wehrmacht im Zuge ihres „Blitzkrieg“-Konzepts. Die enge Zusammenarbeit insbesondere von schnell vorgehenden...

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