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Die Marginalisierung der Unabhängigkeit der Dritten Gewalt im System des Strafrechts

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Marc Fornauf

Aus pointierter straftheoretischer, rechtsstaatlicher und verfassungsrechtlicher Position wird die Bedeutung der Unabhängigkeit der Dritten Gewalt als Garant eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens hervorgehoben, weil nur sie in Korrelation mit der Gewaltenteilung die Machtbegrenzung des Staates zu sichern vermag. Es werden Entwicklungslinien im Strafrecht dargestellt, die das Ersetzen des rechtsstaatlichen Strafrechts durch ein rechtlich anspruchsloses, opportunes und konsensorientiertes Präventionsparadigma belegen. Als Folge wird die Marginalisierung der Unabhängigkeit der Dritten Gewalt resümiert, weil das moderne Präventionsstrafrecht primär auf Effizienz und Flexibilisierung angelegt ist, nicht aber auf Prinzipienorientierung und Rechtsstaatlichkeit.

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Inhaltsverzeichnis

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Einführung und Gang der Untersuchung ................................................... 21 Erster Teil: Theoretische und verfassungsrechtliche Grundlagen richterlicher Unabhängigkeit .............................................................................................. 23 A. Staatstheoretische Bedingungen und deren Folgen für ein rechtsstaatliches Strafrecht und die richterliche Unabhängigkeit ........... 23 I. Staatstheoretisches Konstrukt einer absoluten Rechtsstaatlichkeit ............. 23 1. Konstitutionsbedingungen des Rechtszustandes ................................... 24 2. Notwendige Überwindung des Naturzustandes .................................... 27 3. Die Idee des Gesellschaftsvertrages als Organisationsrahmen ............. 29 4. Demokratie und Gewaltenteilung als organisatorische Bedin- gungen des Rechts ..................................................................................... 32 5. Zusammenfassung: Leitlinien einer absoluten Rechtsstaatlich- keit ............................................................................................................. 35 II. Ableitungen für ein rechtsstaatliches Strafrecht ......................................... 36 1. Staatliches Strafrecht als notwendige Folge von Rechtsstaat- lichkeit ....................................................................................................... 36 2. Legitimation staatlicher Strafe durch die Idee der Strafgerech- tigkeit ......................................................................................................... 38 3. Strafgesetzlichkeit als Bestimmung der Reichweite staatlichen Strafrechts und zugleich als Grenze staatlicher Gesetzgebungs- macht und richterlicher Willkür ................................................................ 43 III. Richterliche Unabhängigkeit im rechtsstaatlichen Strafrecht ................... 49 B. Verfassungsrechtliche Anknüpfungen für ein rechtsstaatliches Strafrecht ....................................................................................................... 53 I. Schuldprinzip ............................................................................................... 55 II. Verfahrensziel der materiellen Wahrheit .................................................... 60 III. Richterliche Schuldüberzeugung und der Grundsatz der materiel- len Wahrheit als verfassungsrechtlich abgesicherte Grundpfeiler eines rechtsstaatlichen Strafrechts ............................................................................ 63 14 C. Verfassungsrechtliche Leitlinien richterlicher Unabhängigkeit.......... 65 I. Der Grundsatz der Gewaltenteilung als objektive Bedingung formel- ler Rechtsstaatlichkeit...................................................................................... 66 1. Historische Ableitung des Gewaltenteilungsgrundsatzes ..................... 66 2. Gewaltenteilung im Grundgesetz: Funktionenteilung .......................... 70 3. Der Grundsatz der Gewaltenteilung als institutionelle Sicherung richterlicher Unabhängigkeit und formeller Rechtsstaatlichkeit .............. 73 4. Gewaltenteilung im Strafverfahren ....................................................... 76 II. Der Anspruch auf den gesetzlichen Richter als subjektbezogene Ausprägung formeller Rechtsstaatlichkeit ...................................................... 79 1. Art. 97 GG als subjektbezogene Ausprägung formeller Rechts-...

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