Show Less

Das Berufsvorbereitungsjahr als Übergang von der Schule zum Beruf

Eine Längsschnittuntersuchung zum Verbleib eines Absolventenjahrgangs und zur Wirksamkeit des Berufsvorbereitungsjahres

Series:

Tanja Alexandra Erban

Gegenstand der Untersuchung sind die Absolventen eines Jahrganges des Berufsvorbereitungsjahres einer Berufsschule in München. Eine deskriptive Bestandsaufnahme erfasst die Zusammensetzung der Zielgruppe und hält den Verbleib am Ende des Schuljahres fest. Im Fokus steht der Karriereverlauf der BVJ-Absolventen, die direkt im Anschluss an das Berufsvorbereitungsjahr eine Ausbildung begonnen haben. Ergänzt wird die explorative Untersuchung durch vertiefende Fallstudien und gibt Aufschluss über die Schwierigkeiten in Schule und Betrieb. Die Zusammenschau der Ergebnisse zeigt, dass einem Drittel dieser BVJ-Absolventen der erfolgreiche Berufsabschluss innerhalb von 3 ½ Jahren geglückt ist. Ein weiteres in Ausbildung verbleibendes Drittel lässt ebenfalls einen erfolgreichen Abschluss erwarten. Insgesamt wird deutlich, dass Jugendliche in benachteiligenden Lebenslagen mehr Zeit für die Ausbildung benötigen und sie intensiver betreut werden müssen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit 13

Extract

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit 13 1. Einleitung und Aufbau der Arbeit Aus berufspädagogischer Sicht ist das vorrangige Ziel der Förderung von benachteiligten Ju- gendlichen, den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt und damit die berufliche Integration der Jugendlichen zu ermöglichen.1 Doch damit ist der Aufgabenbereich bei weitem nicht er- schöpft. Vorbereitung auf die Berufswelt, Entwicklung von Berufswahl- und Ausbildungsrei- fe, lebensweltliche Orientierung, Vorbeugen von Arbeitslosigkeit und Kompensation von so- zialen und kognitiven Defiziten sind weitere Herausforderungen, mit denen die Berufsschule konfrontiert ist. Seit den Anfängen der Berufschule bis heute ist eine sozial selektive Auslagerung Benachtei- ligter in "Übergangssysteme" zu beobachten. Da die institutionelle Verortung der beruflichen Bildung von benachteiligten Jugendlichen nicht leicht zu bestimmen ist, bezeichnet Stompo- rowski (2007) sie als eine „Pädagogik im Zwischenraum“ von allgemein bildendem und be- rufsausbildendem Schulsystem. Bereits Kerschensteiner sah in der Beschulung von Jugendli- chen ohne Ausbildungsplatz in der Berufsschule ein prinzipielles Legitimationsproblem und wehrte sich vehement gegen eine Erweiterung des Aufgabenbereichs der Berufsschule. So proklamierte er stattdessen die Einrichtung einer eigens dafür vorgesehenen „Vorberei- tungssschule für den Eintritt in gelernte Berufe“. Dies sollte entweder in Form einer erweiter- ten Volksschule oder als eigenständige Einrichtung, z.B. als unabhängige Produktionsschule erfolgen. Durch bezahlte Beschäftigung im Rahmen von Produktionsaufgaben sollten die Ju- gendlichen aktiviert werden, eigene berufliche Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln und zur Aufnahme weiterführender Qualifizierungen motiviert werden. Die Beschulung der so genannten Ungelernten fand somit keinen Platz in der berufspädagogischen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.