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Die Verlustverrechnung von Körperschaften nach § 8 Abs. 4 KStG, § 8c KStG im Rechtsvergleich mit dem US-amerikanischen Steuerrecht

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Kristina Frankus

Die ertragsteuerliche Verlustnutzung hat in der steuerrechtlichen Praxis – insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise – erheblichen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. Mit § 8c KStG hat der Gesetzgeber im Rahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 eine Vorschrift eingeführt, die die Nutzung von Verlusten in erheblichem Umfang einschränkt. Diese Arbeit widmet sich dieser neuen Verlustverrechnungsvorschrift sowie dem bisher geltenden § 8 Abs. 4 KStG und beleuchtet insbesondere § 8c KStG aus steuersystematischer, wirtschaftspolitischer und verfassungsrechtlicher Sicht. Im Wege des Rechtsvergleichs mit dem US-amerikanischen Steuerrecht wird sodann untersucht, ob die in den USA geltende Gesetzeslage zu einer gerechteren Besteuerung führt.

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4. Teil: Rechtsvergleich

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Während das deutsche Steuerrecht aus abstrakt formulierten Regelungen besteht, setzt der US-amerikanische Gesetzgeber auf eine Vielzahl von gesetzlichen Vor- schriften, durch die möglichst viele Detailprobleme geregelt werden. Zusätzlich bestehen sehr umfangreiche Regulations, die – für die Finanzverwaltung ver- bindlich – die gesetzlichen Vorschriften näher erläutern. Diese unterschiedlichen gesetzlichen Methoden können vor- und nachteilhaft sein. Die US-amerikanische Regelungstechnik führt zu mehr Rechtssicherheit für den Steuerpflichtigen, die durch die Vielzahl der geregelten Einzelfälle erreicht wird. Andererseits kann gerade diese detaillierte Darstellung der Vorschriften zu Nachteilen führen, wenn der Sachverhalt im Einzelfall nicht gesetzlich geregelt ist. Die deutsche Regelungstechnik besteht aus auslegungsbedürftigen und damit in der Regel auch umstrittenen Rechtsbegriffen, die gleichzeitig flexibler zu hand- haben sind. Im Ergebnis kommt es nicht darauf an, welche Regelungstechnik vorzugs- würdig ist. Entscheidend ist vielmehr, wie die beiden Steuersysteme die Verlust- nutzung von Körperschaften und insbesondere das Problem des Mantelkaufs gesetzlich regeln. A. Verlustnutzung von Körperschaften Körperschaften sind in Deutschland eigene – von ihren Anteilseignern oder Mitgliedern unabhängige – Steuersubjekte. In den USA besteht für Körperschaf- ten im Rahmen des Check-the-Box-Verfahrens ein grundsätzliches Wahlrecht, ob sie als Körperschaft oder Personengesellschaft besteuert werden wollen1073. Fällt diese Wahl auf die Körperschaftsbesteuerung1074, ist die Körperschaft selbst kör- perschaftsteuerpflichtig, unabhängig davon, ob sämtliche Anteile nur von einer natürlichen Person gehalten werden. In beiden Rechtsordnungen dürfen Körperschaften regelmäßig nur solche Ver- luste steuerlich geltend...

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