Show Less

Über Moral in Vergangenheit und Zukunft

Theodor-Geiger-Gesamtausgabe- Abteilung VII: Erkenntnis, Aufklärung und Demokratie. Bd. 2- Herausgegeben und erläutert von Klaus Rodax

Series:

Klaus Rodax

Theodor Geigers Studie ist eine gesellschafts- und geistesgeschichtliche Einführung in einen zentralen philosophischen und soziologischen Grundbegriff. Sie gibt eine höchst originelle Antwort auf die alte Grundfrage der Gesellschaft: Welchen sozialen Normen und Werten sollte das menschliche Zusammenleben und Zusammenarbeiten unterliegen?

Prices

Show Summary Details
Restricted access

ÜBER MORAL IN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT

Extract

Inhalt Gestern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Die „erste Moral“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Wertidee und Wertmoral . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Heute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Moralverwirrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Morgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Götterdämmerung der Werte . . . . . . . . . . . . . . . 43 Die neue Phase der Moral . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Gestern Die „erste Moral“ Was Theologen über die Moral predigen, ist eine Sache. Was Philosophen über sie zu sagen haben, ist eine andere. Aber etwas Drittes ist die Sicht der Soziologen. Als Gesellschaftsphänomen betrachtet, ist die Moral ein Satz von Verhaltensregeln und Handlungsweisen, dessen gesellschaftlich Funktion es ist, das Zusammenleben von Menschen zu ermöglichen. Als Menschen können wir nur mit unseresgleichen gemeinsam existieren. Unser ganzes Leben lang sind wir voneinander abhängig. Diese gegensei- tige gesellschaftliche Abhängigkeit nimmt an Stärke und Reichweite zu, je höher sich unsere Zivilisation entwickelt und je feingliedriger unser ökonomischer und technischer Daseinsapparat wird. Die Arbeitsteilung ist nicht die einzige, jedoch unumstritten die wichtigste Erscheinungs- form der gegenseitigen gesellschaftlichen Abhängigkeit. Das Zusammenleben und die Zusammenarbeit setzen eine gewisse Regel- mäßigkeit im Verhalten und Handeln der Gesellschaftsmitglieder voraus. Sonst weiß der eine nicht, wie der andere sich in gewissen typischen Situationen verhalten werde, und ein koordiniertes Leben ist unmöglich. Das gesellschaftliche Leben erfordert eine Gesellschaftsordnung, ja eine solche Verhaltensordnung ist geradezu ein Aspekt der Gesellschaft an sich. In der heutigen zivilisierten Gesellschaft haben wir mehrere deutlich voneinander unterschiedene soziale Ordnungssysteme, die teils vonein- ander getrennt, teils ineinander verwoben sind: Recht und Moral, Sitte und Konvention. Diebstahl verletzt sowohl Recht als auch Moral. Seinen Wagen drei Stunden lang in der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.