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Spanisches Anwaltshaftungsrecht

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Ingo Müller

Die Arbeit erschließt erstmals das spanische Anwaltshaftungsrecht in deutscher Sprache und setzt sich zugleich mit der spanischen Doktrin kritisch auseinander. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht die besonders praxisrelevante zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, die eine umfassende Erörterung erfährt. Ergänzend werden außerdem die Grundlagen seiner disziplinar- und strafrechtlichen Haftung dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass den strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Recht auch erhebliche Unterschiede gegenüberstehen, von der Zweiteilung des Anwaltsberufs bis zur Ersatzfähigkeit von Chancen, die der Mandant durch die Pflichtverletzung des Anwalts verloren hat. Praxisnahe Erläuterungen zu Haftungsvereinbarungen und zur Berufshaftpflichtversicherung runden die Arbeit ab.

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Kapitel zwei: Vertragliche Haftung 57

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57 Kapitel zwei: Vertragliche Haftung Der Anwalt haftet vertraglich, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen: - zwischen dem Anwalt und seinem Mandanten muss ein Anwaltsvertrag beste- hen (dazu A.), - der Anwalt muss eine sich aus diesem Vertrag ergebende Pflicht schuldhaft verletzen (dazu B.), - dem Mandanten muss dadurch ein kausaler Schaden entstanden sein (dazu die Kapitel fünf und sechs). A. Der Anwaltsvertrag I. Einführung Zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten besteht nach allgemeiner Auffassung ein vertragliches Verhältnis.290 Zwar kann die Beziehung zwischen Anwalt und Mandant in Ausnahmefällen außervertraglicher Natur sein (z.B. bei Gefälligkeitsverhältnissen291). Doch in der Regel handelt es sich um einen Ver- trag, mit dem sich der Rechtsanwalt dazu verpflichtet, für den Mandanten einen Dienst auszuführen oder ein bestimmtes Werk (z.B. ein Gutachten) zu erstellen. Dabei ist der Anwalt in seiner Tätigkeit dem Mandanten weder untergeordnet noch von diesem abhängig. Er hat seine Leistung im Rahmen der geltenden Ge- setze und gemäß der Berufsausübungsregeln zu erbringen. Als Gegenleistung ist der Mandant zur Zahlung eines angemessenen Entgelts verpflichtet.292 Der Anwaltsvertrag ist jedoch kein Vertrag wie jeder andere, insbesondere nicht explizit im CC geregelt. Zur Einordnung des Vertrags sind daher die Be- sonderheiten des Anwaltsvertrags nach spanischem Recht zu untersuchen und anschließend eine Einordnung in einen Vertragstyp vorzunehmen. II. Elemente des Anwaltsvertrages Den Anwaltsvertrag zeichnet regelmäßig das Vorliegen zweier Charakteristika aus: zum einen das besondere Vertrauensverhältnis, das zwischen dem Anwalt 290 Früher wurde vereinzelt vertreten, dass...

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