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Spanisches Anwaltshaftungsrecht

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Ingo Müller

Die Arbeit erschließt erstmals das spanische Anwaltshaftungsrecht in deutscher Sprache und setzt sich zugleich mit der spanischen Doktrin kritisch auseinander. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht die besonders praxisrelevante zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, die eine umfassende Erörterung erfährt. Ergänzend werden außerdem die Grundlagen seiner disziplinar- und strafrechtlichen Haftung dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass den strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Recht auch erhebliche Unterschiede gegenüberstehen, von der Zweiteilung des Anwaltsberufs bis zur Ersatzfähigkeit von Chancen, die der Mandant durch die Pflichtverletzung des Anwalts verloren hat. Praxisnahe Erläuterungen zu Haftungsvereinbarungen und zur Berufshaftpflichtversicherung runden die Arbeit ab.

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Zusammenfassung 347

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347 Zusammenfassung 1. Das Berufsbild des spanischen abogado unterscheidet sich wesentlich von dem des deutschen Rechtsanwalts darin, dass der abogado grundsätzlich nicht als Prozessbevollmächtigter vor Gericht auftreten darf. Der Mandant muss sich deshalb eines Prokurators bedienen, der ihn - den Mandanten - vor Gericht ver- tritt. In Arbeits- und Sozialsachen konkurriert der spanische abogado zudem mit dem graduado social, der jedenfalls in der ersten Gerichtsinstanz dem abogado funktionell gleichgestellt ist. 2. Ab dem Jahre 2011 werden junge Juristen erstmals in der spanischen Ge- schichte eine organisierte und regulierte praktische Ausbildungsphase absolvie- ren müssen, bevor sie den Beruf des abogado ergreifen dürfen. Diese Maßnah- me wird die Qualität der spanischen Anwaltschaft verbessern. Trotzdem werden auch zukünftige Anwaltsgenerationen Fehler begehen. Denn irren ist mensch- lich. Außerdem nimmt die Komplexität des Rechts auch in Spanien immer mehr zu. Ob die Zahl der Anwaltshaftungsfälle zukünftig zurückgehen wird, bleibt deshalb abzuwarten. 3. Die anwaltliche Haftung unterteilt sich in drei Gebiete: disziplinar-, straf- und zivilrechtliche Haftung. Disziplinarrechtliche Haftung kann gegenüber der An- waltskammer, aber auch gegenüber den Gerichten bestehen. Strafrechtliche Haf- tung kommt in Betracht, wenn der Anwalt durch sein Verhalten einen Straftat- bestand erfüllt. Die zivilrechtliche Haftung des Anwalts ist auf den Ersatz von Schäden gerichtet, die der Mandant oder ein Dritter durch das anwaltliche Fehl- verhalten erleiden. 4. Historisch betrachtet wurden Fälle der Anwaltshaftung nur selten verhandelt. In Spanien ist erst seit etwa fünfzehn Jahren ein...

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