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Nachehelicher Unterhalt

Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum deutschen, spanischen und chilenischen Recht

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Carolina Riveros Ferrada

Das Problem des nachehelichen Unterhalts gehört zu den brisantesten Problemen des Familienrechts. Der deutsche nacheheliche Unterhalt wurde durch das UÄndG von 2007 reformiert, vor diesem Hintergrund präsentiert diese rechtsvergleichend angelegte Arbeit die aktuelle Rechtslage des deutschen, spanischen und chilenischen Rechts. Da sich die Veränderungen auf gesellschaftliche Entwicklungen im Zusammenhang mit der Familie und der Lebensgestaltung des Einzelnen gründen, beschäftigt sich die Untersuchung auch mit den soziologischen Aspekten jeder Rechtsordnung. Mittelpunkt dieser Arbeit ist, zu erkennen und zu durchschauen, welche grundlegenden und signifikanten Parallelen und Differenzen im nachehelichen Unterhalt zwischen den oben genannten Ländern existieren. Die Autorin setzt sich – nach der jüngsten Reform – mit der Tragweite des Eigenverantwortungsprinzips auseinander. Außerdem untersucht sie das Verhältnis zwischen dem nachehelichen Unterhalt und dem Zugewinnausgleich, dabei steht für das deutsche Recht das Problem der Doppelbewertung von Vermögenspositionen und Schulden im gesetzlichen Güterstand und im nachehelichen Unterhalt im Vordergrund. Des Weiteren befasst sie sich mit dem Verschuldensprinzip beim Unterhalt, insbesondere mit einer Analyse des §1579 Nr.7 n. F. BGB.

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Einleitung 19

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19 Einleitung Eine dauerhafte Ehe zu führen ist zuweilen schwierig und scheint manchmal auch unmöglich1. Die Ehe auf Lebenszeit bleibt für viele Menschen ein uner- reichtes Ideal. Somit ist die Scheidung in unserer Gesellschaft ein bedeutendes Thema2. Abgesehen von Malta, Vatikanstadt, Andorra und den Philippinen kennen al- le Rechtsordnungen die Scheidung. Chile befindet sich in einem Prozess zur Modernisierung des Familienrechts. Bis 2004 hatte auch Chile keine Scheidung. Im November 2004 hat sich diese Situation durch die Einführung der Scheidung geändert3. Freilich ist die Entwicklung von Rechtsprechung und Lehre in Chile noch nicht vollständig, so dass die Erfahrungen anderer Länder hilfreich sind. Der Sinn der Rechtsvergleichung im Allgemeinen liegt gerade darin – über die nati- onale Wissenschaft hinaus – ein breites Spektrum an Diskussionsmaterial und einen Vorrat an Lösungen aufzuzeigen4. Das Scheidungsrecht ist in jedem Land abhängig von der jeweiligen Kultur. Wie jedoch die Erfahrung der Commission on European Family Law (CEFL)5 zeigt, können allgemeine Elemente in verschiedenen Scheidungsrechten gefun- den werden. Diese Beobachtung gilt auch für die Scheidungsrechtsfolgen, insbe- sondere für das nacheheliche Unterhaltsrecht. In manchen Ländern, wie z. B. in Chile, tritt eine Einmalleistung an die Stelle des nachehelichen Unterhalts. Spa- nien stellt sich als Mittelweg oder Brücke zwischen der chilenischen Lösung und dem deutschen nachehelichen Unterhaltsrecht dar. Um die Klarheit und Plastizi- tät dieser Arbeit für den deutschen Leser zu verbessern, wird der Begriff „nach- ehelicher Unterhalt“ auch als allgemeiner Terminus...

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