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Nachehelicher Unterhalt

Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum deutschen, spanischen und chilenischen Recht

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Carolina Riveros Ferrada

Das Problem des nachehelichen Unterhalts gehört zu den brisantesten Problemen des Familienrechts. Der deutsche nacheheliche Unterhalt wurde durch das UÄndG von 2007 reformiert, vor diesem Hintergrund präsentiert diese rechtsvergleichend angelegte Arbeit die aktuelle Rechtslage des deutschen, spanischen und chilenischen Rechts. Da sich die Veränderungen auf gesellschaftliche Entwicklungen im Zusammenhang mit der Familie und der Lebensgestaltung des Einzelnen gründen, beschäftigt sich die Untersuchung auch mit den soziologischen Aspekten jeder Rechtsordnung. Mittelpunkt dieser Arbeit ist, zu erkennen und zu durchschauen, welche grundlegenden und signifikanten Parallelen und Differenzen im nachehelichen Unterhalt zwischen den oben genannten Ländern existieren. Die Autorin setzt sich – nach der jüngsten Reform – mit der Tragweite des Eigenverantwortungsprinzips auseinander. Außerdem untersucht sie das Verhältnis zwischen dem nachehelichen Unterhalt und dem Zugewinnausgleich, dabei steht für das deutsche Recht das Problem der Doppelbewertung von Vermögenspositionen und Schulden im gesetzlichen Güterstand und im nachehelichen Unterhalt im Vordergrund. Des Weiteren befasst sie sich mit dem Verschuldensprinzip beim Unterhalt, insbesondere mit einer Analyse des §1579 Nr.7 n. F. BGB.

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Viertes Kapitel: Der deutsche nacheheliche Unterhalt 69

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69 Viertes Kapitel: Der deutsche nacheheliche Unterhalt A Soziologische Aspekte Eine kurze Betrachtung der gesellschaftlichen Realität in Deutschland ist hilf- reich, um den nachehelichen Unterhalt zu analysieren. Die Tendenz weniger zu heiraten, setzt sich in Deutschland weiter fort216, hingegen nehmen die nichtehelichen Lebensgemeinschaften weiter zu. Die ge- sellschaftliche Entwicklung zeigt eine große Vielfalt an familiären Lebensfor- men217. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2007 187.072 Ehen geschieden. Die Zahl der Scheidungen ist im Vergleich zu 2006 um 2 % gesunken. Somit setzt sich die Tendenz der vergangenen Jahre zu einer Abnahme der Scheidungen in Deutschland fort218. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts war in Deutschland im Jahr 2006 aufgrund familiärer Verpflichtungen jede zehnte Frau zwischen 25 und 54 Jahren nicht erwerbstätig. Zu den familiären Verpflichtungen werden unter anderem Schwangerschaft, Kinderbetreuung sowie die Pflege eines Familienan- gehörigen gezählt219. 2007 arbeiteten Frauen zwischen 18 und 64 Jahren zu 57 %, Männer in der gleichen Altersgruppe zu 74 %220. Die Zunahme neuer Be- schäftigungsformen (Zeitarbeit, Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung) ist in Deutschland im Zeitraum zwischen 1997 und 2007 um 2,6 Millionen ge- 216 Statistisches Bundesamt: Eheschließungen, Scheidungen, http://www.destatis.de/ jetspeed/ portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/BevoelkerungEhe schliessungenScheidungen/Tabellen/Content50/ErstEhenWiederverheiratung,temp lateId=renderPrint.psml Stand. 18.08.2008. 2005: 388.451 Ehen; 2006: 373.681 Ehen; 2007: 368.922 Ehen; Dethloff, Gutachten S. 5 ff. 217 Dethloff, Gutachten S. 5 ff. 218 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 317 vom 28.08.2008 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/ 2008/08/PD08__317__12631,templateId=renderPrint.psml 219 Statistisches Bundesamt, Zahl...

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