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«I’m a Hindu and I’m a Swaminarayan»

Religion und Identität in der Diaspora am Beispiel von Swaminarayan-Frauen in Großbritannien

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Gabriele Reifenrath

Diese Studie beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung angestammter Religionen für Migranten und Diaspora-Angehörige am Beispiel von Frauen des Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha in Großbritannien. Anhand biographischer Interviews werden individuelle Beweggründe solcher Rückbesinnungsprozesse und Aneignungsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass persönliche Erfahrungsaufschichtungen und konkrete Lebensfragen der Anlass für eine (erneute) Selbstzuordnung zu der eigenen religiös-kulturellen Gemeinschaft sind. Diese bietet emotionale Sicherheit und Sinnorientierungen. Während kollektive Deutungsmuster dabei zum Teil übernommen werden, entwickeln die Frauen bei Handlungsmustern individuelle Anpassungsstrategien an das soziale Umfeld. Von Bedeutung sind jedoch auch die symbolische Repräsentation in Form des prestigeträchtigen Shri Swaminarayan Mandir in London und die modernitätsförmige Organisation dieser hinduistischen Religionsgemeinschaft.

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Vorwort 8

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Vorwort und Umschrift 8 Vorwort Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Identitätskonstruktionen in Dias- pora-Kontexten. Im Zentrum stehen die Frauen eines Zweiges der Swamina- rayan-Tradition, der Mitte der 1990er Jahre mit seinem imposanten Tempel im Londoner Stadtteil Neasden durch die britische Presse ging. Die Tempelanlage gehört heute zu den anerkannten touristischen Attraktionen der Stadt London und ist eine der Ikonen der modernen Multikulturalität der britischen Haupt- stadt. Zur Bedeutung religiös-kultureller Traditionen für die weibliche Identität sind im deutschen Sprachraum mehrere Studien erschienen, die sich auf isla- mische Kontexte beziehen. Meines Wissens gibt es noch keine derartige Studie zu nordindischen hinduistischen Bhakti-Religionen und deren Relevanz für ihre Anhängerinnen. Die vorliegende Arbeit ist als eine erste Annäherung an diesen Bereich zu verstehen. Mit der gesellschaftsprägenden Kraft der Religion beschäftigen sich seit Max Weber zahlreiche religionssoziologische Einzeluntersuchungen. Zumeist steht in diesen Studien das Kollektiv im Zentrum der Auseinandersetzung mit Religion, und es wird die integrierende und stabilisierende Funktion von Reli- gion für die Gesellschaft betont. Die identitätsstiftende Funktion der Religion für Individuen erscheint in diesen Studien zumeist nur am Rande. In der vor- liegenden Arbeit, die von biographischen Interviews ausgeht, wird eine Funk- tionsbestimmung von Religion und Religiosität hauptsächlich vom weiblichen Individuum aus in den Blick genommen. Danken möchte ich allen, die mich in der Entstehung und Anfertigung die- ser Arbeit unterstützt haben. An erster Stelle danke ich allen Swaminarayan- Frauen, die auf vielf...

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