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«I’m a Hindu and I’m a Swaminarayan»

Religion und Identität in der Diaspora am Beispiel von Swaminarayan-Frauen in Großbritannien

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Gabriele Reifenrath

Diese Studie beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung angestammter Religionen für Migranten und Diaspora-Angehörige am Beispiel von Frauen des Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha in Großbritannien. Anhand biographischer Interviews werden individuelle Beweggründe solcher Rückbesinnungsprozesse und Aneignungsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass persönliche Erfahrungsaufschichtungen und konkrete Lebensfragen der Anlass für eine (erneute) Selbstzuordnung zu der eigenen religiös-kulturellen Gemeinschaft sind. Diese bietet emotionale Sicherheit und Sinnorientierungen. Während kollektive Deutungsmuster dabei zum Teil übernommen werden, entwickeln die Frauen bei Handlungsmustern individuelle Anpassungsstrategien an das soziale Umfeld. Von Bedeutung sind jedoch auch die symbolische Repräsentation in Form des prestigeträchtigen Shri Swaminarayan Mandir in London und die modernitätsförmige Organisation dieser hinduistischen Religionsgemeinschaft.

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4. Die Frauen des BAPS: Selbstdarstellung und Analyse 185

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Die Frauen des BAPS: Selbstdarstellung und Analyse 185 4. Die Frauen des BAPS: Selbstdarstellung und Analyse Im Folgenden soll anhand der Selbstdarstellungen der Frauen die Rolle der Re- ligion für den Identitätserhalt auf individueller Ebene untersucht werden. Zu- erst wird nach Orten, Zeiten und Aneignungsformen individueller Religiosität in der Sozialisation gesucht, da hier die Basis geschaffen wird für die Rolle, die Religion in den verschiedenen Phasen individueller Biographien einnehmen kann. Religiöse Identitätsbestimmungen sind immer in Handlungs- und Deu- tungsmuster eingebunden, die sich aus biographischer Erfahrungsaufschich- tung in einer gemeinsam geteilten Wirklichkeit ergeben. Werden die Zugehö- rigkeit zur religiösen Gemeinschaft der Swaminarayans und die Entdeckung der lebensgeschichtlichen Funktionen der Identifikation mit dieser religiös- kulturellen Tradition zum Thema, so stellen sich folgende Fragen: 1. In welchen Lebenssituationen wird die Zugehörigkeit zum sapradya für die jeweilige Frau relevant? 2. Welche biographische Funktion erfüllt die Selbstdefinition als Mitglied des sapradya? Dient sie z.B. der Bearbeitung bestimmter biographi- scher Probleme? 3. Inwiefern korrespondiert die Selbstdefinition mit der aktuellen Hand- lungspraxis und Lebensführung? In fast jeder Biographie der von mir interviewten Frauen sind Brüche und Pha- sen der bewussten Aneignung der religiösen Tradition in unterschiedlicher Ausprägung zu finden. Religion tritt in den Vordergrund (z.B. in Phasen der Familiengründung, in Konfliktsituationen, im Alter) oder in den Hintergrund (z.B. in der Adoleszenz, in Phasen aktiver Beteiligung am Erwerbsleben). In Le- bensphasen, die von der Suche nach Sinn und neuer Orientierung gepr...

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