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Transnationale Unternehmen zwischen heterogenen Umwelten und interner Flexibilisierung

Zur Rolle polykontextueller Netzwerke in der Siemens AG

Mirka C. Wilderer

Am Fallbeispiel der Siemens AG wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, wie international operierende Unternehmen angesichts heterogener Unternehmensumwelten und interner Flexibilisierungsbemühungen koordiniert und stabilisiert werden. In Abgrenzung zur internationalen Managementforschung und an netzwerktheoretische Überlegungen anknüpfend wird aufgezeigt, dass die Leistungsfähigkeit formaler Strukturen und Koordinationsmechanismen zur Lösung des Dilemmas grenzüberschreitend tätiger Unternehmen in der realen Organisationspraxis begrenzt ist und häufig überbewertet wird. Stattdessen werden international operierende Unternehmen jenseits ihrer formalen Strukturen durch Handeln in polykontextuellen Netzwerken in und über ihre Unternehmensgrenzen hinweg koordiniert und integriert.

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TEIL III: UNTERNEHMENSKOORDINATION UND STABILISIERUNG AM FALLBEISPIEL DER SIEMENS AG 241

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241 Teil III Unternehmenskoordination und Stabilisierung am Fallbeispiel der Siemens AG 243 Globalisierungsstrategie und Internationalisierungsprofil Ausgangspunkt für die hier durchgeführte Fallstudie der Siemens AG ist die Annahme, dass die Umwelten international operierender Unternehmen im Zuge der räumlichen Restrukturierung der Weltwirtschaft sowohl in globaler, als auch in pluri-lokaler Hinsicht zunehmend heterogen werden. Angesichts dieser Herausbildung eines Mehrebenensystems globaler und lokaler Kontexte stehen grenzüberschreitend tätige Unternehmen wie Siemens vor dem Dilemma der Synthese einer globalen Integration und gleichzeitigen lokalen Anpassung. In- ternational operierende Unternehmen reagieren darauf und – so die Leithypo- these 1 – sind als umweltoffene Systeme sowohl in die globale wie auch in die Vielzahl lokaler Umwelten eingebunden. Wie im Folgenden gezeigt werden soll, verfolgt der Konzern diesbezüglich die gleichzeitige Systemintegration in das globale Wirtschaftssystem als auch in die Vielzahl nationaler Einbettungskon- texte, orientiert sich also zugleich an globalen Spielregeln und Handlungs- rationalitäten und an einer Pluralität nationaler Wirklichkeiten mit jeweils spezi- fischen Systemlogiken und lokalen Handlungsrationalitäten (Dreher/Kinkel 2000). Bei diesen Globalisierungs- und Lokalisierungsanforderungen handelt es sich jedoch keineswegs um vermeintlich gegensätzliche Alternativen. Stattdes- sen sind Unternehmen wie Siemens darum bemüht, diese komplementären, dia- lektischen Anforderungen zusammenzuführen und simultan zu realisieren. Hier- zu richten international operierende Unternehmen globale Geschäftssysteme mit einer Vielzahl unterschiedlicher Formen lokal-operierender Unternehmensein- heiten ein (Ghoshal/Westney 1993; Mueller 1994; Scott 1996; von Behr/Hirsch- Kreinsen 1998; Hirsch-Kreinsen 1999; Hirsch-Kreinsen/Schulte 2000; Aderhold 2004). Die globale Handlungsrationalität sowie zahlreiche lokale Wirklichkeits- definitionen werden demnach durch die Koexistenz...

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