Show Less

Das Causaproblem im deutschen Bereicherungsrecht

Eine rechtshistorische Untersuchung

Series:

Guangyu Fu

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Causaproblem im deutschen Bereicherungsrecht. Sie strebt dabei nicht nach einer einheitlichen Begriffsbestimmung der causa, da ein solcher Versuch im Gebiet des Bereicherungsrechts weder vernünftig noch möglich wäre. Vielmehr liegt das Ziel dieser Arbeit darin, durch eine rechtshistorische Untersuchung die dogmatische Bedeutung des Tatbestandsmerkmals sine causa zu beleuchten. Es wird dargelegt, wie der Causabegriff ursprünglich in das Bereicherungsrecht eingedrungen ist, wie die Wortgruppe sine causa entstanden ist, welche Bedeutungswandlung und Erscheinungsformen sie in der weiteren Entwicklung erlebt hat, und was für eine Haltung die heutige Dogmatik gegenüber den vorigen Causalehren einnimmt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1. Das Causaproblem im antiken römischen Bereicherungsrecht 5

Extract

5 Kapitel 1. Das Causaproblem im antiken römischen Bereicherungsrecht23 Am Anfang war das römische Recht. Franz Wieacker hat zu Recht gesagt, daß die Geschichte aller kontinenta- len Privatrechte ohne die Kenntnis des antiken und des mittelalterlichen rö- mischen Rechts kaum verstanden werden kann.24 Als Beispiel nimmt er ge- rade § 812 und sagt, „Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonsti- ger Weise etwas ohne rechtlichen Grund erlangt“, sei in ihrer Genesis ohne genaue Kenntnis der römischen Prämissen nicht zu verstehen.25 Im Vergleich zu anderen Rechtsgebieten im bürgerlichen Recht ist die verbreitete Vorliebe für die lateinische Terminologie26 im Bereicherungs- recht auffällig. Heute spricht man im Bereicherungsrecht noch von Kondik- tionen, und zwar Leistungskondiktion und Nichtleistungskondiktion, was auf die römische condictio verweist. Das römische Bereicherungsrecht ist nicht nur das Vorbild des heutigen Bereicherungsrechts, sondern auch die Ursache des unübersichtlichen dogmatischen Streits, der seit langem in die- sem Bereich geherrscht hat. Die römischen Texte werden oft in der moder- nen gelehrten Kontroverse als Waffen benutzt. Um ein so umstrittenes und unbestimmtes Tatbestandsmerkmal wie „ohne rechtlichen Grund“ im § 812 zu verstehen, ist zuerst die causa im antiken römischen Recht zu erörtern. I. Das Bereicherungsrecht im antiken römischen Recht: Ein Überblick Der Systemgedanke des neuzeitlichen Pandektenrechts darf uns nicht dazu verleiten, bei der Darstellung des antiken römischen Rechts diesem ein ge- schlossenes System zu unterlegen. Der Grund liegt darin, daß es ein solches geschlossenes System nicht gehabt hat...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.