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Dreiecksverhältnisse im Internationalen Steuerrecht unter Beteiligung doppelt ansässiger Kapitalgesellschaften

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Olaf Thiessen

Steuerrechtlich doppelt ansässige Gesellschaften unterliegen in zwei Staaten der unbeschränkten Steuerpflicht und sind besonders auf Vorschriften zur Vermeidung von Mehrfachbesteuerung angewiesen. Bestehende Vorschriften verursachen jedoch besondere Probleme, vor allem in Dreieckssachverhalten. In diesem Buch werden daher die Anwendbarkeit unilateraler deutscher Vorschriften und von Doppelbesteuerungsabkommen auf doppelt ansässige Gesellschaften untersucht. Verbleibende Doppelbesteuerung sowie möglicher Missbrauch werden aufgezeigt. Die Untersuchung zeigt, dass bestehende Vorschriften für eine Lösung dieser Probleme nur wenig ergänzt werden müssen. Vor dem Hintergrund neuer gesellschaftsrechtlicher Entwicklungen in Deutschland und Europa sollten Staaten doppelt ansässige Gesellschaften nicht mehr pauschal unter Missbrauchsverdacht stellen.

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§ 2 DIE ENTSTEHUNG DOPPELT ANSÄSSIGER KAPITALGESELLSCHAFTEN 4

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4§ 2 Die Entstehung doppelt ansässiger Kapitalgesellschaften A. Einleitung Bevor auf die Probleme im nationalen und Internationalen Steuerrecht im Zu- sammenhang mit doppelt ansässigen Kapitalgesellschaften eingegangen wird, soll im vorliegenden Kapitel zunächst die Entstehung solcher Gesellschaften dargestellt werden. Die meisten Staaten knüpfen zur Lokalisierung einer Gesellschaft sowohl in ihrem Zivilrecht als auch in ihrem Steuerrecht an das rechtliche Merkmal des Sitzes einer Gesellschaft an. In vielen Staaten spielt daneben noch das tatsächli- che Merkmal des Verwaltungssitzes bzw. der Geschäftsleitung der Gesellschaft eine Rolle. Die Entstehung doppelt ansässiger Gesellschaften aufgrund eines Auseinanderfallens dieser Merkmale soll daher in einem eigenen Abschnitt un- tersucht werden. In einem weiteren Abschnitt wird auf die Entstehung doppelt ansässiger Ge- sellschaften aufgrund anderer Anknüpfungsmerkmale als Sitz und Geschäftslei- tung eingegangen. B. Doppelte Ansässigkeit aufgrund eines Auseinanderfallens von Sitz und Verwaltungssitz (Geschäftsleitung) Das Auseinanderfallen von Sitz und Verwaltungssitz einer Gesellschaft ist der häufigste Fall der Entstehung doppelt ansässiger Gesellschaften. Zunächst wird der Fall untersucht, dass Deutschland einer der Ansässig- keitsstaaten der Gesellschaft ist, sich in Deutschland daher der Sitz oder der Verwaltungssitz befindet. Dabei wird in je einem Abschnitt auf die zivilrechtli- che und nachfolgend auf die steuerrechtliche Entstehung doppelt ansässiger Ge- sellschaften eingegangen. Anschließend wird auf die Behandlung der Gesellschaft in Deutschland ein- gegangen, wenn sich Sitz und Verwaltungssitz (Geschäftsleitung) der Gesell- schaft in zwei unterschiedlichen ausländischen Staaten befinden. I. Die zivilrechtliche Entstehung doppelt ansässiger Gesell-...

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