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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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2. Teil: Doping aus historischer, soziologischer und medizinischer Sicht 7

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Die Geschichte des Dopings 7 2. Teil: Doping aus historischer, soziologischer und medizinischer Sicht A. Die Geschichte des Dopings Doping ist keine Erfindung der Neuzeit.25 Zwar ist Doping im Sinne von verbotener Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts verboten, die Bereitschaft der Menschen, ihre persönliche Leistung und Belastbarkeit durch die Zufuhr bestimmter Substanzen oder durch eine spezielle Ernährung zu beeinflussen, reicht aber bis weit in die vorchristliche Vergangenheit zurück.26 Schon in diversen Märchen und Sagen wird bereits der Versuch der Menschheit dokumen- tiert, durch bestimmte Elixiere, Methoden oder kultische Handlungen übernatürliche Kräfte,27 Unverwundbarkeit oder Unsterblichkeit zu erlangen.28 Zwar war es den Menschen früherer Zeiten noch verwehrt, sich mit den heutigen professionell herge- stellten Produkten und eigens für Doping entwickelten Methoden zu präparieren, aber schon damals gab es diverse Möglichkeiten, die eigene Leistung – oder auch nur das Selbstvertrauen in die eigene Leistung – zu steigern. „Zum Teil handelt es sich bei den überlieferten Maßnahmen um ausgesprochen harmlose diätetische Hinweise oder Methoden zur Verbesserung der Haut- und Muskeldurchblutung“,29 zum Teil aber auch um Wirkstoffe, die heute dem Betäubungsmittelgesetz oder sonstigen strengen Auflagen unterliegen. I. Antike Die ersten Berichte über innerliche und äußerliche Anwendungen zur Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit stammen von Philostratos30 und Galen31. Danach nah- men Athleten der Olympischen Spiele der Antike auf Anraten und Drängen ihrer Trainer vor einem Wettkampf beispielsweise bestimmte Kräuter32 oder vermehrt Stierfleisch zur Erh...

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