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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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5. Teil: Anti-Doping-Kampf de lege ferenda 275

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Anti-Doping-Kampf de lege ferenda 275 5. Teil: Anti-Doping-Kampf de lege ferenda Dass Doping im Leistungssport schon heute – und auch schon vor der jüngsten Ergänzung des AMG um die vorgenannte weiche Variante der Besitzstrafbarkeit – von staatlicher Seite aus verfolgt und entsprechend geahndet werden kann, haben die vorangehenden Kapitel zu verdeutlichen versucht. Sowohl die beteiligten Perso- nen aus dem Umfeld des unwissentlich gedopten Athleten, als auch der sich selbst dopende Athlet können sich nach einschlägigen Bestimmungen des StGB, des AMG und des BtMG strafbar machen. Als umstritten gilt jedoch, ob das Strafrecht das heute gängige und auch das aufgrund technischer und pharmazeutischer Entwick- lungen der näheren und ferneren Zukunft zu erwartende Doping in all seinen Er- scheinungsformen erfassen, entsprechend ahnden und somit einen Beitrag zum Kampf gegen Doping leisten kann oder ob es hierzu spezieller Regelungen – etwa in Form eines deutschen Anti-Doping-Gesetzes – bedarf.1865 Auch aus diesem Grunde wurde und wird nach neuen und schlagzeilenträchtigen Dopingskandalen immer wieder der Ruf nach härterem staatlichem Vorgehen gegen Doping in legislativer Form laut.1866 Neben oft diskutierten verfassungsrechtlichen Problemen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes wird vor allem auch die Wirksamkeit eines solchen Gesetzes oder Straftatbestandes häufig bezweifelt. A. Legislative Bestrebungen im Kampf gegen Doping auf nationaler Ebene Bislang agiert der deutsche Gesetzgeber nicht durch Spezialstrafgesetze gegen jedes wettbewerbsgefährdende Doping. Lediglich die oben genannten Regelungen in § 6a i.V.m. § 95 AMG behandeln Doping aus strafrechtlicher Sicht. Doping mit Wirk- stoffen, die keine Arzneimittel sind oder Eigendoping werden nach der...

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