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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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6. Teil: Internationale Bemühungen 301

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Bemühungen auf internationaler Ebene 301 6. Teil: Internationale Bemühungen A. Bemühungen auf internationaler Ebene Während auf nationaler Ebene nach der jüngsten Verschärfung des arzneimittel- rechtlichen „Dopingverbotes“ in § 6a AMG derzeit keine weiteren legislativen Bestre- bungen im Kampf gegen Doping im Sport ersichtlich sind, haben viele andere Staa- ten teilweise bereits vor geraumer Zeit spezielle Anti-Doping-Gesetze erlassen, deren sachlicher Anwendungsbereich sich mitunter sogar gegen den dopenden Athleten richtet. Im Folgenden sollen einige dieser Anti-Doping-Gesetze vorgestellt und kritisch gewürdigt werden.1999 I. Belgien Die belgische Gesetzgebung vermag mit ihrem Anti-Doping-Gesetz „loi interdisant la pratique du dopage à l`occasion des compétitions sportives“ eindrücklich zu verdeut- lichen, dass Doping kein auf die jüngere Gegenwart begrenztes Phänomen ist, sondern dem Sport bereits Mitte des 20. Jahrhunderts innewohnte. Mit dem Gesetz vom 02. April 1965 wurde aus dem bisher rein sportrechtlichen Begriff Doping sowohl für den Athleten selbst als auch für sämtliche Beteiligten erstmals eine staatliche Straftat.2000 Im Interesse der Gesundheit des Sportlers war nach Art. 2 des Gesetzes jedes Doping, das als „Verwendung von Substanzen […] zum Zwecke der künstli- chen Leistungssteigerung eines Athleten, der an einem Sportwettkampf teilnimmt oder sich darauf vorbereitet, wenn dies sein physisches oder psychisches Wohlbe- finden beeinträchtigen kann“ definiert wurde,2001 verboten.2002 Die Kontrolle der potentiellen Täter erfolgte durch die für die öffentliche Gesundheit zuständigen Ministerien, die in dieser Hinsicht gemäß Art. 4 des Gesetzes sogar befugt waren, „vor, während und nach Wettk...

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