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Der deutsche Teil des Florianer Psalters

Sprachanalyse und kulturgeschichtliche Einordnung

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Rudolf Hanamann

Der Florianer Psalter, eine dreisprachig (lateinisch-polnisch-deutsch) angelegte Psalmenübersetzung des 14./15. Jahrhunderts, steht am Beginn der polnischen Schriftlichkeit. In Ergänzung zu den zahlreichen Untersuchungen zur polnischen Sprache in dieser bedeutenden Quelle widmet sich die Arbeit dem deutschsprachigen Teil, dessen Sprachform und Übersetzungsstil analysiert werden. Im Rahmen der kulturgeschichtlichen Einordnung liegt ein Schwerpunkt auf der Lokalisation, bei der das im mittelalterlichen Krakau verwendete Deutsch im Mittelpunkt steht. Daneben wird die Stellung des Florianus innerhalb der schlesisch-böhmischen Psalmengruppe beschrieben. Grundlage des Vergleichs bildet eine Edition der Bußpsalmen dieser weitgehend unveröffentlichten Psalterien.

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3 Kultur- und bibliotheksgeschichtliche Einordnung des Florianer Psalters -119

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119 3 Kultur- und bibliotheksgeschichtliche Einordnung des Florianer Psalters 3.1 Das historische Umfeld 3.1.1 Zur Datierung Fehlende Angaben im Codex selbst machen eine genaue Datierung unmöglich. Eine unge- fähre Einordnung mit Hilfe äußerer Gegebenheiten ist aber dennoch seit der Wiederentde- ckung der Handschrift immer wieder versucht worden. Aufgrund des älteren Sprachstandes in Teil A des Florianus wurde zunächst eine recht frühe Datierung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts vorgenommen. Spätere Untersuchungen, bei denen der Codex mit Königin Hedwig, gestorben 1399, in Verbindung gebracht wurde, weisen in eine andere Richtung. Damit erschien eine Abfassung des ersten Teils A binnen der letzten Dekade des 14. Jahrhun- derts möglich. Die auch sprachlich jüngeren Teile B und C werden dann in die erste Dekade des 15. Jahrhunderts gelegt, was eine Gesamtabfassungszeit am Wendepunkt des 14. zum 15. Jahrhundert wahrscheinlich macht.517 Vor allem in der älteren Forschungsliteratur seit Wiederauffinden des Florianer Psalters im Jahre 1827 wurde kontrovers um die Datierung und die personalen Bezüge des Denkmals gerungen.518 Außerhalb der sprachwissenschaftli- chen Disziplin ist sogar versucht worden, die Entstehungszeit noch genauer zu fassen, wie aus den polnischen Forschungen hervorgeht. So datiert die Kunsthistorikerin E. Śnieżyńska-Sto- lot519 den Beginn der Arbeiten am Codex Florianus auf den 16. September 1398. 3.1.2 Personale Bezüge: Verbindung zum Polnischen Königshaus Schon immer ist der Codex Florianus, nicht zuletzt aufgrund des Wappens der ungarischen Anjou und seiner zumindest im ersten Teil prächtigen, durchaus „k...

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