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Der deutsche Teil des Florianer Psalters

Sprachanalyse und kulturgeschichtliche Einordnung

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Rudolf Hanamann

Der Florianer Psalter, eine dreisprachig (lateinisch-polnisch-deutsch) angelegte Psalmenübersetzung des 14./15. Jahrhunderts, steht am Beginn der polnischen Schriftlichkeit. In Ergänzung zu den zahlreichen Untersuchungen zur polnischen Sprache in dieser bedeutenden Quelle widmet sich die Arbeit dem deutschsprachigen Teil, dessen Sprachform und Übersetzungsstil analysiert werden. Im Rahmen der kulturgeschichtlichen Einordnung liegt ein Schwerpunkt auf der Lokalisation, bei der das im mittelalterlichen Krakau verwendete Deutsch im Mittelpunkt steht. Daneben wird die Stellung des Florianus innerhalb der schlesisch-böhmischen Psalmengruppe beschrieben. Grundlage des Vergleichs bildet eine Edition der Bußpsalmen dieser weitgehend unveröffentlichten Psalterien.

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4 Zusammenfassung: Ergebnisse und Ausblick -177

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177 4 Zusammenfassung: Ergebnisse und Ausblick Die Forschungen am deutschen Text, so lässt sich zusammenfassend sagen, wurden in den circa 180 Jahren seit der Wiederentdeckung des Codex vor allem im 19. Jahrhundert und bis zum zweiten Weltkrieg betrieben, fanden danach nur noch recht sporadisch statt und sind erst in den 1990er Jahren durch die Partnerschaftsaktivitäten Łódź-Regensburg neu in Gang ge- kommen. Anders verhält es sich mit den polnischen Forschungsarbeiten, die mehr oder weni- ger kontinuierlich bis in die jüngste Gegenwart weitergeführt wurden. Die vorliegende Sprachanalyse zum deutschen Teil des Codex Florianus unterstreicht seine Zuweisung in den ostmitteldeutsch-schlesischen Sprachraum, ohne eine genaue ortsbezogene Zuordnung zu ermöglichen. Das entspricht weitgehend den Ergebnissen, die die Untersuchungen des polni- schen Sprachteils erbracht haben. Gleichzeitig gibt es gute, aber eben nicht zwingende Gründe, bei der Lokalisation Glatz und Krakau in die engere Wahl zu nehmen, da eine Reihe von Kriterien in diese Richtung zu weisen scheinen. Der Blick auf den mitüberlieferten latei- nischen und polnischen Text hat ergeben, dass der deutsche Versionstext sehr wohl bisweilen von diesen im Codex mitüberlieferten Sprachteilen beeinflusst wird. Auch wenn der lateini- sche Text eng an der Vulgata orientiert ist, so richtet sich der deutsche Text in einer nicht zu vernachlässsigenden Zahl von Fällen auch nach der von der Vulgata abweichenden codexin- tern eingetragenen lateinischen Fassung. Die polnische Übersetzung hat an einigen wenigen Stellen die deutsche beeinflusst, stärkere Interferenzen gibt es aber umgekehrt, was im Ab- schnitt...

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