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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2008/2009

Herausgegeben vom Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Frankfurt am Main) und der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (Berlin), Kinder- und Jugendbuchabteilung

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Edited By Hans-Heino Ewers-Uhlmann, Bernd Dolle-Weinkauff and Carola Pohlmann

Die fünfzehnte Folge des Jahrbuchs wird eingeleitet mit einer Darstellung von Gina Weinkauff und Bernd Dolle-Weinkauff zu den Ursprüngen und zum Stellenwert des Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann in der Geschichte des Bilderbuchs. Ebenfalls dem 19. Jahrhundert verpflichtet ist der Beitrag von Sebastian Schmideler über das Bild des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), wie es die Jugendliteratur des Biedermeier und der Kaiserzeit entwirft. Mit der Rezeption der Märchen aus Tausendundeine Nacht setzt sich Nazli Hodaie unter interkultureller Perspektive kritisch auseinander, während Sabine Bertholds Untersuchung zum Thema Werbung und Warenästhetik in der Kinder- und Jugendliteratur exemplarisch von den 20er Jahren bis in die Gegenwart führt. In einem weiteren Beitrag leuchtet Klaus Maiwald die Chancen und die Probleme des Lesens und der Leseförderung unter den Bedingungen der Medienkonkurrenz aus und die indische Forscherin Suchismita Banerjee skizziert die Lage der Kinder- und Jugendliteraturproduktion und des Verlagswesens in ihrem Land.

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Forschungsbericht - 103

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Forschungsbericht Das Konzept Crossover – eine Differenzierung gegenüber Mehrfachadressiertheit und Doppelsinnigkeit Agnes Blümer (Heidelberg) Das Phänomen, dass kinderliterarische Texte sich – entweder explizit oder ohne besonderen Hinweis – an Kinder und Erwachsene richten, wird in der Kinderliteraturwissenschaft nicht einheitlich bezeichnet, sondern in manchen Fällen als Doppelsinnigkeit, in anderen als Mehr- fachadressiertheit. Obwohl Doppelsinnigkeit eigentlich das Phänomen der inneren Doppel- deutigkeit meint, während der Begriff Mehrfachadressiertheit auf die äußere Adressierung des Textes zielt, werden die Bezeichnungen häufig synonym verwendet für Texte, die Signale sowohl an Kinder als auch an Erwachsene richten und von beiden oder weiteren, näher zu spezifizierenden Rezipientengruppen gelesen werden. Die Rolle des erwachsenen Mitlesers in seiner Vermittler- oder Gatekeeper-Funktion bleibt davon unberührt. Ewers hingegen differenziert 1990 (Grenz 1990) wie auch aktuell in Fun- damental Concepts of Children’s Literature Research (2009) deutlich die verschiedenen Rol- len, die Erwachsene als Leser von Kinderliteratur einnehmen können. Erwachsene fungieren vor allem als Vermittler der Kinderliteratur („mediators“ nach Ewers 2009, 25ff); daher ent- stehe ein grundsätzlicher Doppelcharakter der kinderliterarischen Kommunikation („twofold communication“ nach Ewers 2009, 31ff), die sich immer auch und zuerst an diese Vermittler richten muss. Diese Differenzierung nach verschiedenen Leserrollen der Erwachsenen fehlt bei den im Folgenden diskutierten Crossover-Konzepten zumeist. Die seit dem Ende der 1990er Jahre aufkommende Bezeichnung Crossover (oder auch Crosswriting, Crossover Fiction, Crossover Literature beziehungsweise Crossover Novel) ist noch weniger eindeutig als die beiden erwähnten traditionellen Termini und wird ebensowenig einheitlich benutzt, so dass etwa Falconer urteilt,...

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