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Geheimsprachen in Mittel- und Südosteuropa

Christian Efing and Corinna Leschber

Nicht selten verwenden wir im Alltag Wörter wie pennen (schlafen) oder Kohldampf (Hunger), ohne zu wissen, dass sie ursprünglich aus sogenannten Geheim- und Sondersprachen stammen. Dabei werden bzw. wurden solche Geheimsprachen fast überall in Europa gesprochen. Dieser Band versammelt Aufsätze vor allem zu Geheimsprachen in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa und deckt thematisch die ganze Bandbreite der Sondersprachenforschung ab – von theoretischen Fragen wie der Einordnung der Sondersprachen in das Varietätensystem über Sondersprachliches in der Literatur, historische Quellen von Sondersprachen, die lexikographische Erfassung rotwelschen Wortgutes in Dialektwörterbüchern und die empirische Erhebung letzter, heute noch feststellbarer Reste verschiedener Sondersprachen bis hin zu geheimsprachlichen Strukturen im aktuellen Sprachgebrauch von Roma.

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GEORG SCHUPPENER (Leipzig) - Süßchenbäcker & Co. Gaunersprachliches in Clara Viebigs „Das Kreuz im Venn“ - 41

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Georg Schuppener (Leipzig) Süßchenbäcker & Co. Gaunersprachliches in Clara Viebigs „Das Kreuz im Venn“ 1. Allgemeines Lange Zeit waren Clara Viebigs naturalistische Romane vergessen. Zwar gab es in den 1980er und 1990er Jahren eine Wiederentdeckung ihrer Werke, „von ei- nem neuen Durchbruch kann aber nicht die Rede sein.“1 Anfang des 20. Jahr- hunderts jedoch gehörte Clara Viebig (1860 – 1952) zu den meistgelesenen Au- toren; ihre Romane und Erzählungen waren in jener Zeit außerordentlich erfolg- reich und erschienen in prominenten Zeitschriften2. Die wechselvolle Biografie von Clara Viebig kann hier nicht dargestellt wer- den3. Wichtig ist hier jedoch, dass Clara Viebig, in Trier geboren, zeitlebens ei- ne emotionale Bindung an die Eifel besaß, wenngleich sie einen Großteil ihres Lebens in Berlin verbrachte. Daher spielen mehrere ihrer Romane an verschie- denen Orten der Eifel, so auch das 1908 erstmals erschienene Werk „Das Kreuz im Venn“. HERMANN GELHAUS zählt „Das Kreuz im Venn“ zu Clara Viebigs bedeutendsten Werken, neben „Das tägliche Brot“ (1900), „Die Wacht am Rhein“ (1902) und „Das schlafende Heer“ (1904), genauer zu den „vier großen Romane[n], die ihren Ruhm und ihre Bedeutung als Romanschriftstellerin bis heute befestigen“4. Der Roman spielt überwiegend im Nordeifler Dorf Kalterherberg, wo Clara Viebig mehrfach ihren Sommerurlaub verbrachte. Das Pseudonym He- ckenbroich für das Dorf Kalterherberg5 referiert mit dem ersten Kompositions- glied Hecken- auf ein wesentliches Charakteristikum der Dörfer in der Nordei- fel, die Schutzhecken vor den Häusern; andererseits nimmt -broich eine nicht...

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