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Geheimsprachen in Mittel- und Südosteuropa

Edited By Christian Efing and Corinna Leschber

Nicht selten verwenden wir im Alltag Wörter wie pennen (schlafen) oder Kohldampf (Hunger), ohne zu wissen, dass sie ursprünglich aus sogenannten Geheim- und Sondersprachen stammen. Dabei werden bzw. wurden solche Geheimsprachen fast überall in Europa gesprochen. Dieser Band versammelt Aufsätze vor allem zu Geheimsprachen in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa und deckt thematisch die ganze Bandbreite der Sondersprachenforschung ab – von theoretischen Fragen wie der Einordnung der Sondersprachen in das Varietätensystem über Sondersprachliches in der Literatur, historische Quellen von Sondersprachen, die lexikographische Erfassung rotwelschen Wortgutes in Dialektwörterbüchern und die empirische Erhebung letzter, heute noch feststellbarer Reste verschiedener Sondersprachen bis hin zu geheimsprachlichen Strukturen im aktuellen Sprachgebrauch von Roma.

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CORINNA LESCHBER (Berlin) - Bulgarische und makedonische Geheimsprachen - 127

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Corinna Leschber (Berlin) Bulgarische und makedonische Geheimsprachen Dieser Beitrag widmet sich dem Stand der Erforschung der bulgarischen und der makedonischen Geheimsprachen. Die makedonischen Geheimsprachen sind u. E. von den erstgenannten aus historischen und sprachhistorischen Gründen nicht zu trennen. Thematisiert werden die Geschichte und die Struktur dieser Geheimsprachen, der Aufbau ihres lexikalischen Bestandes sowie damit im Zu- sammenhang stehende etymologische Problemstellungen. Das Bulgarische, eine südslavische Sprache analytischen Typs, gehört zum so genannten `Balkansprachbund´, der genetisch heterogene Sprachen wie z. B. das Rumänische, Neugriechische und Albanische umfasst. Diese weisen typologi- sche Ähnlichkeiten auf, die aller Wahrscheinlichkeit nach auf Sprachkontakt zurückzuführen sind. In seiner Geschichte war das Bulgarische vielfältigen Ein- flüssen ausgesetzt: Die im sechsten Jahrhundert auf seinem heutigen Sprachge- biet siedelnden Slaven trafen auf eine hauptsächlich thrakische Substratbevölke- rung, die teils romanisiert, teils gräzisiert war. In der Folge kam es zu weiteren romanischen, mittel- und neugriechischen Adstrateinflüssen sowie zu Superstra- teinflüssen überwiegend altaischer Sprachen wie des Protobulgarischen, des Pet- schenegischen, des Chasarischen, des Osmanisch-Türkischen etc. Die Erforschung der bulgarischen und makedonischen Geheimsprachen be- gann Ende des neunzehnten Jahrhunderts, nämlich im Jahre 1875, mit einer ers- ten, rund vierzig Wörter umfassenden Sammlung von PULEVSKI, bzw. im Jahre 1882 mit ersten Bemerkungen des Wissenschaftlers TEODOROV-BALAN zu der Maurer-Geheimsprache des bulgarischen Dorfes Bracìgovo in seinem Artikel über die bulgarischen Nasalvokale1. Dem fügte zwei bzw. drei Jahre später JIREEK in seinen Reisebeschreibungen2 neue Gesichtspunkte hinzu. Es ent-...

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