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Deutsche Übersetzungen englischer Lyrik (W.H. Auden)- Versuch einer Verwissenschaftlichung der Übersetzungskritik

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Miriam Acartürk-Höß

Übersetzte Lyrik zu untersuchen bedeutet, neben der Bewältigung eines Dschungels an Definitionen von Übersetzung, hochkomplexe Arbeit ohne spezialisiertes Werkzeug. Ohne systematisierenden Rahmen ist die Gefahr blinder Flecken in der Übersetzungskritik groß, das Ergebnis nicht immer wissenschaftlich fundiert und für den Leser häufig wenig transparent. Diese Arbeit trägt zur Systematisierung der Übersetzungskritik bei, ohne deren hermeneutische Natur auszublenden: Sie bietet Orientierung in Definitionsfragen und erarbeitet spezifisches Handwerkszeug für umfassende, nachvollziehbare Übersetzungsanalysen und -bewertungen. Der Principles&Parameter-Approach der Generativen Grammatik dient dabei als fruchtbare Metapher für ein Rahmenmodell, das neben relevanten linguistischen auch historische, kulturelle und literaturwissenschaftliche Kriterien für gründliche Übersetzungskritik sowie das produktive shift-Konzept enthält. Zahlreiche Beispiele illustrieren das Modell, das eine Grundlage für weitere Detailforschung liefern kann. Es findet ausführliche Anwendung in der Untersuchung mehrerer Übersetzungen des Gedichtes «If I Could Tell You» von W.H. Auden, dessen komplexe Lyrik häufig ins Deutsche übersetzt, bislang aber wenig untersucht wurde. Auch die Praxis des Literaturübersetzens bleibt nicht außen vor: Ausführliche Interviews mit den renommierten Literaturübersetzern Hanno Helbling (verst. 2005) und Christa Schuenke liefern wichtige Impulse für die systematisierenden Überlegungen. Sie erscheinen hier, wie zwei durch diese Arbeit entstandene Auden-Übersetzungen, erstmalig.

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8 Wystan Hugh Auden, “If I Could Tell You” 177

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8. Wystan Hugh Auden, “If I Could Tell You” 8.1. Standortbestimmung: Kontextualisierung, Analyse und Interpretation des Originals If I Could Tell You Time will say nothing but I told you so, Time only knows the price we have to pay; If I could tell you I would let you know. If we should weep when clowns put on their show, If we should stumble when musicians play, Time will say nothing but I told you so. There are no fortunes to be told, although, Because I love you more than I can say, If I could tell you I would let you know. The winds must come from somewhere when they blow, There must be reasons why the leaves decay; Time will say nothing but I told you so. Perhaps the roses really want to grow, The vision seriously intends to stay; If I could tell you I would let you know. Suppose the lions all get up and go, And all the brooks and soldiers run away; Will Time say nothing but I told you so? If I could tell you I would let you know.1 1Oktober 1940. Zitiert nach: Auden 1976, S. 32. 178 8. Wystan Hugh Auden, “If I Could Tell You” 8.1.1. Kontextualisierung Die 1940 entstandene Villanelle “If I Could Tell You”2 ist das bei Weitem am häufigsten übersetzte Gedicht W.H. Audens3 und ein exzellentes Beispiel für dessen meisterhafte Nutzung von “herkömmlichen lyrischen Formen” zum Ausdruck “moderner Welterfah- rung”4. Auch wenn...

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