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Тражим помиловање. Лирске дискусије с Душановим Закоником- Ich bitte um Gnade. Lyrische Diskussionen mit Dušans Gesetzbuch

Zweisprachige Ausgabe, herausgegeben, übersetzt und mit einer Einführung versehen von Olga Ellermeyer-Životić- Mit Radierungen von Ulrike Koch

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Olga Ellermeyer-Zivotic

Ausgezeichnet durch hohe Poetizität, Musikalität des Verses sowie motivische und thematische Vielfalt, gehört das lyrische Werk von Desanka Maksimović zum Bedeutendsten der serbischen Literatur. Ihr Gedichtzyklus Ich bitte um Gnade (1964/88) wendet sich ins Mittelalter und meint doch jede autoritäre Normierung der Gesellschaft, die – ausgehend von der Realität im Jugoslavien der 60er Jahre – im Gedichtzyklus symbolisch durch das Gesetzbuch (1354) des Zaren Dušan repräsentiert wird. Die Einführung zum zweisprachigen Text zeigt, dass zu den Prätexten dieses Werkes wesentlich der philanthropische Nomokanon (1220) des Erzbischofs Sava – moralische Instanz Serbiens fInstanz Serbiens für Jahrhunderte – zählt, und sie macht deutlich, wie die 68 Gedichte des Zyklus Ich bitte um Gnade zu einer komplexen Struktur kontextualisiert werden.

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OLGA ELLERMEYER-ŽIVOTIĆ

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Милости, Царе, за важне, за свргнуте, за наивне, за завиднике, – за њих, за себе, за свакога човека. Gnade, Zar, für die Wichtigen, für die Gestürzten, die Naiven, die Neider, – für sie, für mich, für jeden Menschen.1 Desanka Maksimović Смиловаћу се коме се смилујем и пожалићу кога пожалим. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will. Moses, Exodus 33, 19. Desanka Maksimović (1898–1993) wurde in Rabrovica bei Valjevo (Serbien) in einer Lehrerfamilie geboren. Sie studierte Literatur- und Kunstgeschichte in Belgrad und Paris, arbeitete dann als Gymnasiallehrerin u. a. in Dubrovnik und Belgrad, wo sie seit Beginn des Zweiten Weltkrieges lebte. Die Erfah- rung des massenhaften Auslöschens menschlichen Lebens und der Zerstö- rung der Kulturgüter ihres Landes in beiden Weltkriegen haben Desanka Maksimovićs Weltsicht und ihr langes literarisches Schaffen tief geprägt. Ihre ersten Gedichte ließ Maksimović 1920 in der Belgrader Zeitschrift Misao erscheinen. Sie veröffentlichte über 50 Lyrikbände, verfasste Kinder- und Jugendbücher, Kunstmärchen, Romane und Reisebeschreibungen. Zu ihren bedeutendsten Lyriksammlungen gehören Песме („Gedichte“, 1924), Зелени витез („Der grüne Ritter“, 1930), Мирис земље („Duft der Erde“, 1955), Заробљеник снова („Traumgefangener“, 1960), Тражим помило- вање („Ich bitte um Gnade“, 1964/69/88), Немам више времена („Keine Zeit mehr“, 1973), und Ничија земља („Niemandsland“, 1979). Für ihr lite- rarisches Schaffen erhielt sie hohe Auszeichnungen und wurde 1965, nach 1 Wenn nicht anders angemerkt, sind alle Übersetzungen aus dem Serbischen von der Autorin des vorliegenden Aufsatzes. Texte der Sekundärliteratur werden nur in Aus- nahmefällen, z. B. Texte von Desanka Maksimović, auch im Serbischen wiedergege- ben, in kyrillischer oder lateinischer Schrift. 14 dem überwältigenden Erfolg des Gedichtzyklus Тражим помиловање, als ordentliches Mitglied in...

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