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Die Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt am Main

Logistisches Meisterwerk, zeremonielle Glanzleistung und Kulturgüter für die Ewigkeit

Bernhard Macek

Zielsetzung des Autors war es, ein umfassendes Bild von den ebenso aufwendigen wie glanzvollen Krönungszeremonien Josephs II. zum Römischen König zu vermitteln. Dabei sollte aber nicht nur die Vergangenheit zur Sprache kommen, sondern sehr wohl der Gegenwartsbezug hergestellt werden. Zahlreiche Darstellungen noch heute existierender Krönungsinsignien sowie häufige Verweise auf Sammlungen und Museen laden den Leser ein, sich auf Spurensuche zu begeben. Wien und Frankfurt am Main sind gleichsam als «Hauptdrehorte» der Krönungsfeierlichkeiten im Heiligen Römischen Reich zu nennen. Als Ergebnis liegt ein Buch vor, das Vergangenes mit Gegenwärtigem verknüpft und detaillierte kulturhistorische Vorgänge auf interessante und amüsante Weise beschreibt.
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II. Reise nach Frankfurt 35

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35 II. Reise nach Frankfurt Am 12. März 1764 verließen kurz nach 10 Uhr der Kaiser, seine Söhne und das Gefolge Wien. Bei Schönbrunn traf man mit Maria Theresia zusammen, die den Zug bis Purkersdorf begleitete. Dort beteten der Kaiser und seine Gemahlin vor einem Gnadenbild, bevor sich das Ehepaar voneinander verabschiedete; Maria Theresia blieb in Wien. Kurz nach 5 Uhr Nachmittag kam man bei der ersten Station, Stift Melk, an. Nach der Aufführung einer lateinischen Serenade, einer Vorführung mit einer Maultrommel sowie einer Darbietung mit zwei Stäbchen auf unterschiedlich befüllten Wassergläsern79 und einem Souper übernachtete man hier. Am nächsten Tag wohnte die Reisegesellschaft einer Messe bei und machte sich um etwa 10 Uhr auf den Weg, der zur zweiten Station nach Ennsegg führte, wo man wieder gegen 5 Uhr im Schloss der Gräfin von Auersperg80 ankam. Hier traf der Kaiser mit dem oberösterreichischen Landes- hauptmann Graf von Türheim zusammen. Tags darauf begab man sich nach der Messe in der Schlosskapelle in Richtung Peuerbach, wo bereits der junge Fürst von Taxis wartete, der seinen Vater als Reichs-Obrist-Postmeister vertrat.81 An diesem 14. März schrieb Joseph einen seiner Berichte an die Mutter, in dem er unter anderem auf den Gesundheitszustand des Vaters einging: „Sa Majesté l’Empereur, hors une espèce de rhaume de cerveau qui le fait éternuer et moucher souvent, jouit d’une parfaite santé. L’appétit est plus que bon; les poissons de Haute-Autriche et...

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