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Die Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt am Main

Logistisches Meisterwerk, zeremonielle Glanzleistung und Kulturgüter für die Ewigkeit

Bernhard Macek

Zielsetzung des Autors war es, ein umfassendes Bild von den ebenso aufwendigen wie glanzvollen Krönungszeremonien Josephs II. zum Römischen König zu vermitteln. Dabei sollte aber nicht nur die Vergangenheit zur Sprache kommen, sondern sehr wohl der Gegenwartsbezug hergestellt werden. Zahlreiche Darstellungen noch heute existierender Krönungsinsignien sowie häufige Verweise auf Sammlungen und Museen laden den Leser ein, sich auf Spurensuche zu begeben. Wien und Frankfurt am Main sind gleichsam als «Hauptdrehorte» der Krönungsfeierlichkeiten im Heiligen Römischen Reich zu nennen. Als Ergebnis liegt ein Buch vor, das Vergangenes mit Gegenwärtigem verknüpft und detaillierte kulturhistorische Vorgänge auf interessante und amüsante Weise beschreibt.
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VIII. Heimreise nach Wien 129

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129 VIII. Heimreise nach Wien Bereits um halb 6 Uhr in der Früh wurde in der Retirade des Kaisers die heilige Messe gelesen. Obwohl der Kaiser schon am vorherigen Tag die Möglichkeit zu einer Abschiedsaudienz gegeben hatte, kamen am Tag der Abreise noch etliche Personen in das kaiserliche Quartier, um sich abermals zu verabschieden, wie Khevenhüllers Bericht zu entnehmen ist: „Dann obwollen der Kaiser gestern die Beurlaubung empfangen, so ware doch alles von fremden Ministren und vornehmsten Persohnen beiderlei Geschlechts zugegen, um demselben nochmahls die Hand zu küssen und ihr Regrets über die Abraiß zu bezeigen, wie ich dann mit Wahrheit betheuren kann, dass sowohl der Kaiser, als dessen beide Herren Söhne und, wann ich sagen darff, auch die mitgekommene Hof- Staat durch ihr freundlich- und leutseeliges Wesen alle Hertzen an sich gezogen haben.“450 Schon geraume Zeit davor, um 4 Uhr, war seitens der Stadtverwaltung Anord- nung getroffen worden, dass alle Hauptstraßen Frankfurts bewacht sein sollen. Um 6 Uhr war die Stunde der Abreise gekommen: An der Spitze des Zuges befand sich Graf Paar, der Sohn des kaiserlichen Obersthofpostmeisters und österreichischen Generalerbpostmeisters, mit 30 Postillionen. Dahinter fuhren der Kaiser, der König und Erzherzog Leopold in einem achtspännigen Reise- wagen. Diesem folgten sechs sechsspännige und vier vierspännige Wagen. Schließlich wurde der Zug noch von der Arcièren-Leibgarde mit zwei Trompe- tern flankiert. Den Abschluss bildeten 15 Postillione. Auf der Mainbrücke warteten drei bürgerliche Kavalleriekompanien. Zur Abreise wurden...

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