Show Less

Archäologie und völkisches Gedankengut: Zum Umgang mit dem eigenen Erbe

Ein Beitrag zur Selbstreflexiven Archäologie- Unter Mitarbeit von Jutta Landelfeld und Elisabeth Mahler

Ulf F. Ickerodt and Fred Mahler

Die Verstrickungen der Archäologie in das völkisch-nationale Gedankengut gehören zu den wichtigen Themen des Faches in seiner Auseinandersetzung mit dem eigenen Erbe. Dies gilt umso mehr, als über die archäologischen Inhalte eine Ideologie vermittelt wurde, die in letzter Konsequenz mit zu den Verbrechen des «Dritten Reiches» führte. Mit diesem Werk wird erstmals der Versuch unternommen, auch das Weiterleben der im Dritten Reich entwickelten und durch archäologische Bilder vermittelten Inhalte bis in die Gegenwart hinein zu verfolgen. Dieses hoch problematische Erbe, das offensichtlich in den unterschiedlichsten Bereichen ein unentdecktes Eigenleben führt, wird hier von Fachwissenschaftlern und Publizisten aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus beleuchtet und analysiert. Das inhaltliche Spektrum reicht von der Bearbeitung unterschiedlicher Alltagsmedien (Filme, Comics, Sachbücher, Internetseiten etc.) über die sogenannte Reenactment-Szene bis hin zu musealen Inszenierungen der Vergangenheit. Die Herausgeber interessierte vor allem die Frage der Instrumentalisierung von Vergangenheit als Bestandteil der Suche nach Identität und die sich daraus ergebenden langfristigen und aktuellen Folgen. Die Beiträge des Bandes zeigen, dass Archäologie keinesfalls eine Spielwiese für einige wenige Interessierte ist, sondern eine hohe gesellschaftliche Bedeutung besitzt. Sie läuft auch in der Gegenwart noch immer Gefahr, nur zu leicht als ideologisches Instrument benutzt zu werden.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

Dirk Masahrski: Intellektueller Rechtsextremismus und die Rezeption nationalsozialistischer und faschistischer Wissenschaft am Beispiel einer deutsch-russischen Internetseite 131

Extract

Intellektueller Rechtsextremismus und die Rezeption nationalsosozialistischer Wissenschaft am Beispiel einer deutsch-russischen Internetseite Dirk Mahsarski Einleitung Unter rechtsextremen Intellektuellen ist die Anknüpfung an die Rassenkunde und Vorgeschichtsforschung der 1920er und 1930er Jahre derzeit überaus aktu- ell (PUSCHNER & GROßMANN 2009). So gibt der rechtsesoterische FORSITE- VERLAG (2007a; 2007b.), der dem Verein Trojaburg e. V. gehört, unter anderem die pseudowissenschaftlichen Werke von Hermann WILLE (1933) zu norddeut- schen Megalithgräbern (s. a. HALLE 2004; sowie ECKERT, FUHRMEISTER & HESKE in diesem Band.) und von Edmund KISS (1937) zu Tiahuanaco neu heraus (s. a. KATER 1974: 97; PRINGLE 2006: 178-183.). Auch veröffentlicht er verharmlosende und fehlerhafte Darstellungen zum Ahnenerbe und den Ausgrabungen der SS, sowohl als einzelne Bände als auch in Form von Artikeln im hauseigenen Magazin Trojaburg. Daneben verfolgen die Redakteure der Homepage des FORSITE-VERLAGES die aktuelle Forschung zu prähistorischen und paläoanthropologischen Themen und kommentieren sie erratisch in der Rubrik „Aktuelle Mitteilungen“. Dabei greifen sie – genauso wie in der Rubrik „Schwerpunktthemen“ –neben jüngerer Literatur besonders häufig auf Arbeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus zurück1. Auch das in Kassel ansässige Thule-Seminar hat sich kürzlich in „Thule- Seminar – Forschungs- und Lehrgemeinschaft für die indoeuropäische Kultur e. V.“ umbenannt und nimmt damit direkten Bezug auf das Ahnenerbe der SS, dessen bedeutendere Unterabteilungen als Lehr- und Forschungsstätten fir- mierten (KATER 1974: 58-90). Gleichzeitig knüpft der Name auch an die Thule-Gesellschaft aus der ersten Hälfte der 1920er Jahre an2. Die Russland-Connection und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.