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Archäologie und völkisches Gedankengut: Zum Umgang mit dem eigenen Erbe

Ein Beitrag zur Selbstreflexiven Archäologie- Unter Mitarbeit von Jutta Landelfeld und Elisabeth Mahler

Ulf F. Ickerodt and Fred Mahler

Die Verstrickungen der Archäologie in das völkisch-nationale Gedankengut gehören zu den wichtigen Themen des Faches in seiner Auseinandersetzung mit dem eigenen Erbe. Dies gilt umso mehr, als über die archäologischen Inhalte eine Ideologie vermittelt wurde, die in letzter Konsequenz mit zu den Verbrechen des «Dritten Reiches» führte. Mit diesem Werk wird erstmals der Versuch unternommen, auch das Weiterleben der im Dritten Reich entwickelten und durch archäologische Bilder vermittelten Inhalte bis in die Gegenwart hinein zu verfolgen. Dieses hoch problematische Erbe, das offensichtlich in den unterschiedlichsten Bereichen ein unentdecktes Eigenleben führt, wird hier von Fachwissenschaftlern und Publizisten aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus beleuchtet und analysiert. Das inhaltliche Spektrum reicht von der Bearbeitung unterschiedlicher Alltagsmedien (Filme, Comics, Sachbücher, Internetseiten etc.) über die sogenannte Reenactment-Szene bis hin zu musealen Inszenierungen der Vergangenheit. Die Herausgeber interessierte vor allem die Frage der Instrumentalisierung von Vergangenheit als Bestandteil der Suche nach Identität und die sich daraus ergebenden langfristigen und aktuellen Folgen. Die Beiträge des Bandes zeigen, dass Archäologie keinesfalls eine Spielwiese für einige wenige Interessierte ist, sondern eine hohe gesellschaftliche Bedeutung besitzt. Sie läuft auch in der Gegenwart noch immer Gefahr, nur zu leicht als ideologisches Instrument benutzt zu werden.

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Autoren & Referenten Dr. Markus C. BLAICH ist seit Januar 2007 Angestellter am GeoPark „Ostfalen – Braunschweiger Land – Harz“ und ist mit der Projektleitung des Archäologischen Parks „Kaiserpfalz Werla“ (Auswertung der Altgrabungen, Leitung der modernen Grabungen und Umsetzung als Park) betraut. Vor diesem Hintergrund ist seine in- tensive Beschäftigung mit den Altgrabungen auf der Werla, ihrer Forschungsge- schichte und der ideologischen Verflechtung von Archäologie und Geschichtswis- senschaft im frühen 20. Jahrhundert zu sehen. Seine Forschungsschwerpunkte lie- gen im Bereich der Kulturgeschichte des 5.-11. Jahrhunderts (z. B. Siedlungsstruk- turen im Raum/Handwerk/Ethnogenese). Thomas CLAUS, 1963 in Dresden geboren, 1981 Abitur, 1982/83 Wehrersatz- dienst, danach Erwachsenenqualifizierung zum Blechschlosser, begann seine filmkünstlerische Laufbahn als Schmalfilmer. 1988 Festanstellung in der Doku- mentarfilmabteilung des DEFA Studios für Trickfilme Dresden. Seit 1991 als freischaffender Kameramann, Autor und Regisseur tätig. 2001 Umzug nach Berlin. Dort als Fernsehjournalist, Filmemacher und Medienproduzent mit den Themenschwerpunkten Archäologie und Archäologievermittlung tätig. Zu den letzten Arbeiten zählen die Fernsehfeatures „Schatzsucher - Das Geschäft mit der Vergangenheit“ und „Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra“. Dr. Jörg ECKERT wurde 1942 in Königsberg/Ostpr. geboren und war nach seinem Studium in Köln und Bonn Leiter der Außenstelle Weisweiler im DFG- Projekt „Aldenhovener Platte“, dann Konservator der archäologischen Denkmal- pflege im Reg. Bez. Münster. Er war mehrere Monate im DFG-Projekt „Besied- lung der Ostsahara“ tätig, bevor er seit 1986 Bezirksarchäologe für den Reg. Bez. Weser-Ems in Oldenburg war. Jetzt...

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