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Kommunikation in der Frühen Neuzeit

Edited By Klaus-Dieter Herbst and Stefan Kratochwil

Dieser Band enthält die überarbeiteten Fassungen von Vorträgen, die auf einer Tagung an der Universität Jena am 15. und 16. Dezember 2006 gehalten wurden. Themenschwerpunkte waren die Kommunikation in der Frühen Neuzeit im Allgemeinen und die Kommunikation unter Gelehrten im Besonderen. Die letztgenannte Kommunikationsform erfolgte auf unterschiedlichen Wegen, die zumindest unter drei Gesichtspunkten zusammengefaßt werden können: Zum einen wurden Informationen mittels Briefen ausgetauscht, zum anderen über wissenschaftliche Periodika und andere Publikationen (z.B. Sendschreiben) und zum dritten durch Begegnungen etwa bei Reisen und persönlichen Kontakten. Die Beiträge nähern sich dem Themenkomplex auf programmatische Weise sowie auf der Grundlage detaillierter Einzelstudien.

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SEBASTIAN KÜHNKonflikt und Freundschaft in der gelehrten Kommunikation um 1700 69

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Konflikt und Freundschaft in der gelehrten Kommunikation um 1700 Von SEBASTIAN KÜHN 1. Ehrkonflikt und Kommunikation Am 29. März 1710 wird im Konzil (dem Selbstverwaltungsorgan) der Lon- doner Royal Society eine offensichtlich schon länger andauernde Streitigkeit zwischen Hans Sloane, Arzt und langjähriger Sekretär der Royal Society, und John Woodward, ebenfalls Arzt und Mitglied des Konzils, thematisiert. Die beiden Ärzte waren in einer vorhergehenden Sitzung der Royal Society heftig aneinander geraten; das Konzil sollte nun entscheiden, wie dieser Streit zu lösen sei: „Die Worte, die Dr. Woodward zu Dr. Sloane sprach, lauteten in etwa: ,Sprechen sie ver- nünftig oder Englisch, und wir können sie verstehen. Wenn sie Anatomie beherrschen wür- den, wüssten sie es besser.' Als sich Dr. Sloane und Dr. Woodward zurückgezogen hatten, wurde die Frage gestellt, ob diese Worte beleidigend waren oder nicht. Sie wurde bejaht. Mr. Clavel bestätigte, dass Dr. Sloane Grimassen geschnitten hat, mit einem Lachen, und seine Hände gegen Dr. Woodward richtete, bevor die oben erwähnten Worte gesprochen wurden. Die Frage wurde gestellt, ob Dr. Sloane durch die erwähnten Gesten eine zurei- chende Provokation für die oben erwähnten Beleidigungen gegeben hatte. Die Frage wurde verneint. Die Frage wurde gestellt, ob die beleidigenden Worte zur Schädigung der Royal Society beitrugen. Die Frage wurde bejaht." Zwei Monate später beschäftigt dieser Vorfall immer noch das Konzil und steuert einem weiteren Höhepunkt entgegen: „Dr. Sloane erklärte, dass er...

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