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Kommunikation in der Frühen Neuzeit

Edited By Klaus-Dieter Herbst and Stefan Kratochwil

Dieser Band enthält die überarbeiteten Fassungen von Vorträgen, die auf einer Tagung an der Universität Jena am 15. und 16. Dezember 2006 gehalten wurden. Themenschwerpunkte waren die Kommunikation in der Frühen Neuzeit im Allgemeinen und die Kommunikation unter Gelehrten im Besonderen. Die letztgenannte Kommunikationsform erfolgte auf unterschiedlichen Wegen, die zumindest unter drei Gesichtspunkten zusammengefaßt werden können: Zum einen wurden Informationen mittels Briefen ausgetauscht, zum anderen über wissenschaftliche Periodika und andere Publikationen (z.B. Sendschreiben) und zum dritten durch Begegnungen etwa bei Reisen und persönlichen Kontakten. Die Beiträge nähern sich dem Themenkomplex auf programmatische Weise sowie auf der Grundlage detaillierter Einzelstudien.

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MARTIN GIERLRes publica litteraria — Kommunikation, Institution, Information,Organisation und Takt 241

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Res publico, litteraria — Kommunikation, Institution, Information, Organisation und Takt Von MARTIN GIERL Überall, universell und überall unabhängig habe sich das Netz gelehrter Korrespondenz trotz Krieg und Religionshass seit den Zeiten Leibniz' durch Europa gezogen. Jeder, jedes Fach, jede Wissenschaft finde Unter- stützung darin. Unüberwindlich sei dieses Gemeinwesen, auf Sozietäten, Akademien, Universitäten gestützt wie die Republiken auf die sie bildenden Städte. Ein Schwirren unbegrenzbaren Dialogs, das die Fährnisse von Wirt- schaft und Politik durchbricht — Voltaires enthusiastisches Urteil ist als De- finition der Re'publique des Lettres, die als Schlagwort in den letzten Jahrzehn- ten des 17. Jahrhunderts renommiert, berühmt und doch ist es in seiner Substanz kaum ernst genommen worden, bis in unsere Gegenwart nicht) Man hat Ideengeschichte betrieben, Geist und Geschichte zur Sache weni- ger großer männlicher Köpfe gemacht, und dies später als Diskursge- schichte zur Welterörterung des akademischen Chors demokratisiert. Wis- sensgeschichte ist Identitätsprogramm geblieben, das Wissen mit Bewusst- sein und Selbstbewusstsein assoziiert. Und stimmt es nicht? — Schon Vol- taire betont doch — optimistisch genug — die Autonomie gerierende Potenz des unbegrenzbaren Dialogs. Doch er betont auch deren andere Seite. Er betont, dass die Macht des Wissens und der Kommunikation erst dort be- ginnt, wo sie Apparat geworden ist. Dem wird sich mein Papier widmen. Es Voltaire: La Siede de Louis )(IV, in: Ders.: CEuvres historique, herausgegeben von Rene Po- meau, Paris 1957, S. 1027 zit. etwa bei Maarten Ultee: The Republic of Letters: Leamed Com reondence,...

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