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Elisabeth von Thüringen und die neue Frömmigkeit in Europa

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Edited By C. Bertelsmeier-Kierst

Anläßlich des 800. Geburtstages der heiligen Elisabeth von Thüringen wurde 2007 in Marburg ein wissenschaftliches Symposion durchgeführt, das Elisabeths karitatives Wirken in den Kontext der großen religiösen Bewegungen jener Zeit stellte. Die Subjektivierung der Frömmigkeit, die von den großen Reformorden ausging, erfasste um 1200 nachhaltig auch die Laiengesellschaft. Vor allem Frauen drängten nach Teilhabe am religiösen Leben und strebten eine möglichst radikale Nachfolge Christi an. Ergriffen vom neuen Ideal der Armut und Askese waren sie bereit, ihre bisherigen sozialen Bindungen aufzugeben und ihre Vorstellung eines christlichen Lebens in karitativer Fürsorge oder – in Abkehr von der Welt – in strenger Klausur und mystischer Selbstsorge zu verwirklichen. Diese neue Spiritualität aus der Sicht verschiedener Fächer – der Theologie, der Geschichts- und Literaturwissenschaften, der Kunstgeschichte wie der Musikwissenschaft – sichtbar zu machen, war Ziel des Symposions, dessen Beiträge in diesem Band erscheinen.

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CHRISTA BERTELSMEIER-KIERST Bräute Christi — Zur religiösen Frauenbewe gung des 12. und 13. Jahrhunderts 1

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CHRISTA BERTELSMEIER-KIERST Bräute Christi - Zur religiösen Frauenbewegung des 12. und 13. Jahrhunderts I. Weibliches Religiosentum im 12. und 13. Jahrhundert Die Wurzeln der religiösen Erneuerung gehen bereits auf das 11. Jahrhun- dert zurück, fühlbar für das weibliche Religiosentum werden sie vor allem im Zuge der monastischen Reformbestrebungen des 12. Jahrhunderts und der sich ausbreitenden Laienbewegung um 1200. Nachdem Innozenz III. den Laienstand als ordo poenitentium neben den ordo sacerdotalis gestellt hatte, war eine Nachfolge Christi nicht mehr allein durch den Weg der reli- giösen Selbstheilung in der Abgeschiedenheit der Klostergemeinschaft möglich, sondern im Rahmen der pastoralen Erneuerung wurde das frühe 13. Jahrhundert die Zeit der großen religiösen Bewegung, der sich zuneh- mend auch Männer und Frauen aus dem Laienstand anschlossen. Gerade die Frauen drängten nach Teilhabe am religiösen Leben und wurden nachhaltig von dieser Erneuerungsbewegung erfasst. Das Ideal von Armut und Askese, die religiöse Besinnung auf das Jenseits ergriff immer mehr Frauen, die bereit waren, ihre bisherigen sozialen Bindungen aufzugeben und eine radikale Nachfolge Christi anzustreben. In kürzester Zeit entstand eine so große Zahl an Frauengemeinschaften, dass ihre Ein- gliederung in die bestehenden Orden nicht mehr gelang. Bevor wir nach den Ursachen für dieses massive Anwachsen der religiösen Bewegung von Frauen in der Umbruchszeit vom 12. zum 13. Jahrhundert fragen, soll die Entwicklung von Frauenkommunitäten bis in die Zeit Elisabeths von Thü- ringen kurz skizziert werden. 1. Fr...

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