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Elisabeth von Thüringen und die neue Frömmigkeit in Europa

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Edited By C. Bertelsmeier-Kierst

Anläßlich des 800. Geburtstages der heiligen Elisabeth von Thüringen wurde 2007 in Marburg ein wissenschaftliches Symposion durchgeführt, das Elisabeths karitatives Wirken in den Kontext der großen religiösen Bewegungen jener Zeit stellte. Die Subjektivierung der Frömmigkeit, die von den großen Reformorden ausging, erfasste um 1200 nachhaltig auch die Laiengesellschaft. Vor allem Frauen drängten nach Teilhabe am religiösen Leben und strebten eine möglichst radikale Nachfolge Christi an. Ergriffen vom neuen Ideal der Armut und Askese waren sie bereit, ihre bisherigen sozialen Bindungen aufzugeben und ihre Vorstellung eines christlichen Lebens in karitativer Fürsorge oder – in Abkehr von der Welt – in strenger Klausur und mystischer Selbstsorge zu verwirklichen. Diese neue Spiritualität aus der Sicht verschiedener Fächer – der Theologie, der Geschichts- und Literaturwissenschaften, der Kunstgeschichte wie der Musikwissenschaft – sichtbar zu machen, war Ziel des Symposions, dessen Beiträge in diesem Band erscheinen.

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MIROSLAW MROZ Jutta von Sangerhausen und ihre Missionswirkung im Mittelalter. Sorge und Fürsorge nach dem Vorbild der hl. Elisabeth 77

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MIROSLAW MROZ Jutta von Sangerhausen und ihre Missionswirkung im Mittelalter Sorge und Fürsorge nach dem Vorbild der hl. Elisabeth I. Elisabeth von Thüringen - Vorbild der Heiligkeit für Frauen in Mittelosteuropa. Für die religiöse Bewegung im 13. Jahrhundert ist die hl. Elisabeth von Ungarn, Landgräfin von Thüringen (1207-1231), ein einzigartiger Schlussstein undAnhaltspunkt, um das vorherrschende Ideal der Heiligkeit in Mittelosteuropa zu begreifen. Von Belang ist hierbei zum einen die Tatsache, dass die Trägerin dieser Idee eine Frau war, die eine hohe gesellschaftliche Stellung hatte, zum anderen, dass sie durch eine im Sinne der Nachahmung Christi erwiesene Nächstenliebe zum Vorbild insbesondere auch für religiöse Laien werden konnte. Das 13. Jahrhundert brachte einen neuen Typus von Heiligen hervor, deren religiöses Wirken durch die strenge Einhaltung eines evangelischen Lebens gekennzeichnet war. Verbreitet wurde dieses Ideal besonders durch die mit den Bettelorden verbundenen Armutsbewegungen. Die Imitatio Christi war besonders auch bei den feminae religiosae, vor allem bei den Beginen, zu der auch die sel. Jutta gehörte,' verbreitet.' Seit dem 13. Jahrhundert haben 1 Vgl. u. a. die Lebensgeschichte der sel. Jutta, verfasst von Frideric Schembek (Zywot B. Jutty Niemkini [Lebensgeschichte von B. Jutta Niemkina], aus dem Jahre 1627, in: Jutta von Sangerhausen. Quellen zu ihrem Leben und ihrer Verehrung, u. Mitw. v. I. GERLINGHOFF, U. HÖROLDT, B. LUBOS-KROLL, hg. v. P. GELONGHOFF, Edition Neue Wege, Sangerhausen 2006, S. 45, Nr. 5, nachstehend als: Jutta von Sanger- hausen. Quellen angef...

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