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Die Juden im faschistischen Italien

Die Razzien im römischen Ghetto und im Ghetto von Venedig

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Linda Thomas

Im Zentrum der Arbeit steht die Rekonstruktion des Holocaust in Italien am Beispiel der Razzien im römischen Ghetto und im Ghetto von Venedig. Die Entstehungsgeschichte und die jeweilige Situation der jüdischen Gemeinden in Rom und Venedig zur Zeit der durchgeführten Razzien spielen dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig geht es um eine detaillierte Wiedergabe der Ereignisse bezüglich der beiden Razzien sowie um eine Analyse des Ablaufs und der Umstände. Kritisch wird dabei auch die Haltung des Papstes und der katholischen Kirche gegenüber den Ereignissen analysiert. Die Basis der Arbeit bildet historisch-dokumentarisches Material, das in Ausnahmefällen durch literarische Quellen ergänzt wird. Ein Ergebnis der Arbeit ist, dass zur Razzia in Rom deutlich mehr Literatur existiert als zu der im Ghetto von Venedig. Die Autorin stellt sich außerdem die Frage, ob durch eine geschickte Politik der Regierung Badoglio der spätere Holocaust möglicherweise hätte verhindert werden können.

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6 Schlussbetrachtungen 107

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6 Schlussbetrachtungen Bereits bei einer ersten Analyse der Literatur fällt ein wesentlicher Punkt auf: Vergleicht man die Quellen zur Razzia in Rom mit denen zur Razzia in Vene- dig, fällt ein großer Unterschied bezüglich der Materialmenge auf. Die Literatur zur Razzia in Rom ist wesentlich umfangreicher. Es gibt Autoren wie Giacomo Debenedetti und Fausto Coen, die komplette Bücher dieser Razzia gewidmet ha- ben und viele andere beziehen sich in einem oder mehreren Kapiteln auf die Razzia. Zu Venedig dagegen ist weitaus weniger Literatur zu finden. Eine de- taillierte Wiedergabe der Ereignisse in Venedig verglichen mit der Razzia in Rom war anhand der vorhandenen Literatur nur schwer möglich. So konnten beispielsweise die genauen Verantwortlichen in Venedig nicht identifiziert wer- den. Das lässt zwangsläufig die Frage aufkommen: Warum ist die Literatur hinsichtlich der Razzia in Venedig vergleichsweise gering? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist jedoch nicht leicht. Als eine mögliche These könnte die geringe Anzahl der Opfer in Venedig betrachtet wer- den. Wenn die absoluten Zahlen miteinander verglichen werden, sind 1.259 Opfer in keiner Weise mit 163 Opfern vergleichbar. Die erste Zahl ist zwangs- läufig wesentlich beeindruckender. Jedoch spricht der Anteil der Opfer in Abhängigkeit von der Größe der Gemeinden eindeutig gegen dieses Argument, denn beide Razzien haben im Verhältnis zur jüdischen Gesamtbevölkerung die gleiche Anzahl an Opfern gefordert. Als ein weiterer Grund könnte gelten, dass die Gemeinde von Venedig von geringerer Bedeutung...

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