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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Gert Hofmann: Im „Dritten Raum“ der Literatur. Der Weltensammlerin Indien - 13

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Im „Dritten Raum“ der Literatur. Der Weltensammler in Indien. von Gert Hofmann (Cork, Irland) Mit der Figur des „Weltensammlers“ setzt der bulgarisch-deutsche Autor Ilija Trojanow einen neuartigen Akzent im gegenwärtigen postkolonialen Diskurs der Literatur – einen Akzent, der bei allen postkolonialen Begegnungen gerade dem Literarischen und Fiktio- nalen ein besonderes Gewicht beimisst. Im Vorspann seines Buches schreibt Trojanow zunächst im Gestus biographischer Zeu- genschaft: Dieser Roman ist inspiriert vom Leben und Werk des Richard Fran- cis Burton (1821-1890). Die Handlung folgt der Biographie seiner jungen Jahre manchmal bis ins Detail. Unversehens und emphatisch redet er jedoch sogleich auch der Produktivität einer aukto- rialen Phantasie das Wort, welche die in großer Fülle zur Verfügung stehenden biographi- schen Daten in ein fiktionales Kraftfeld stellt, welches nicht die vermeintlich historisch- wirkliche ‚Persönlichkeit’ in ihrer Abgeschlossenheit zur Erscheinung bringt, sondern vielmehr im Namen dieser Person und ihres Lebens die „Annäherung an ein Geheimnis“ verspricht, „ohne es lüften zu wollen“.1 Was ist dieses Geheimnis des „Weltensammlers“ Richard Francis Burton, das im Prozess des literarischen Schreibens bei Trojanow nicht etwa durchschaut, gelöst und begriffen, sondern in seiner Unbegreiflichkeit und Rätselhaftigkeit allererst entfaltet und dargebo- ten wird!? Welches „Geheimnis“ steht dem historischen Richard Francis Burton in den Namen geschrieben, und welches „Geheimnis“ hat der Autor Ilija Trojanow dem Buch eingeschrieben, das vom Leben und Werk jener historischen Person „inspiriert“ wurde und diesem gewissermaßen die geheimnisvolle Kraft seiner lebendigen Persönlichkeit zu- rückgibt. Nur vom...

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