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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Swati Acharya: Ilija Trojanows „erzählte Alterität”. Die Aneignung des Fremden und die Entfremdung des Eigenen -23

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Ilija Trojanows „erzählte Alterität”. Die Aneignung des Fremden und die Entfremdung des Eigenen von Swati Acharya (Pune) Trojanows Roman Der Weltensammler beginnt mit einem Prolog unter dem Titel „Letzte Verwandlung“ und nimmt den Tod seines Protagonisten, Richard Francis Burtons, vorweg. Schon der Titel des Prologs weist auf eine Begegnung und Bekanntschaft des Protagonisten mit einer fremden Kultur hin. Nach der Reinkarnationslehre des Hinduismus nimmt der Körper nach dem Tod nur eine andere äußere Gestalt an, indem die unsterbliche Seele ihre ewige Reise fortsetzt. Die hierzu relevanten Verse aus dem Bhagavad Gt lauten: „vsnsi jirnni yath vihya navni grhnati naro parni tath arirni vihya jirnny anyni samyti navni dehi“. (So wie ein Mensch ab- genutzte Gewänder ab- und neue anlegt, so auch entledigt sich die verkörperte Seele abgenutzter Körper und nimmt neue an)1 Die Beschreibung der Leichenverbrennung mündet in die eines Autodafés ein, weil gleichzeitig auch ein Tagebuch, geschrieben in mehreren indischen Sprachen, deren Bur- ton mächtig war, verbrannt wird. Der Leser erfährt zunächst von der Leichenverbrennung einer jungen Frau in allen ihren Einzelheiten : “ihre Haut löst sich ab, ihr Schädel platzt“2 usf. Dann fängt der eigentliche Erzählkorpus an. Der junge Offizier ist gerade in Bombay angekommen, und als erstes möchte er eine Verbrennungsstätte besichtigen. Der Sanitä- ter, der ihn auf dem Schiff begleitet hat, warnt ihn sofort nach der Ankunft in Bombay vor dem Windgeruch, dem „Hindubraten“ (WS, S....

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