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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Aurélie Choné: Die Stadt des Lichts, eine für den Fremden unsichtbare Stadt? Probleme der Wahrnehmungsperspektive von Benares in deutschsprachigen Indienreiseschriften (1880-1930) - 41

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Die Stadt des Lichts, eine für den Fremden unsichtbare Stadt? Probleme der Wahrnehmungsperspektive von Benares in deutschsprachigen Indienreiseschriften (1880-1930) von Aurélie Choné (Strasbourg) „Es dürfte wenige Städte geben, deren Namen bei dem Abendländer eine solche Fülle von Illusionen erweckt, als Benares, die heilige Stadt an dem heiligen Strom“ – so schrieb 1889 der deutsche Indologe Richard Garbe1. Die romantische Indien-Rezep- tion, die sogenannte ‚Indomanie’2, stellt Benares als eine Stadt voller Spiritualität, Reich- tum und Schönheit dar. Der Dichter Heinrich Heine, der nie in Indien war, schrieb 1823: Komm mit nach Indien, nach dem Sonnenlande, / Wo Ambrablüten ihren Duft verbreiten, / Die Pilgerscharen nach dem Ganges schrei- ten, Andächtig und im weißen Festgewande.3 Insbesondere seit der Romantik übt der Klang des Wortes Benares auf viele Europäer einen unglaublichen Zauber aus. Dieser Ruf erklärt die hohe Anzahl deutschsprachiger Intellektuellen, die zwischen 1880 und 1930 Benares besichtigen und ihre Eindrücke in Reiseschriften wiedergeben. Nennen wir einige Beispiele: Der deutsche Ingenieur Franz Reuleaux (1829-1905), Erfinder der Kinematik, Professor für Maschinenlehre an der Gewerbeakademie Berlin von 1864 bis 1896, unternimmt 1881 mit zwei Studenten eine Reise nach Indien und hält sich einige Tage in Benares auf. Der junge Indologe Richard Garbe (1857-1927) verbringt 1886 ein Jahr in Benares, um unter der Anleitung indischer Gelehrter Samkhya-Texte zu studieren. 1890 muss der deutsche Reiseschriftsteller und Forschungsreisende in Ostafrika und Neuguinea Otto Ehlers (1855-1895) aus gesund- 1 Richard Garbe, Indische Reiseskizzen, Verlag...

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