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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Bashir Ahmad: Die orientalischen Religionen und die deutsche Literatur - 87

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Die orientalischen Religionen und die deutsche Literatur von Bashir Ahmad (Srinagar, Kashmir) Hinduismus In Friedrich Schlegels 1808 vorgelegten epochemachenden Werk Über die Sprache und Weisheit der Indier behauptet der Verfasser in der kühnen Gewissheit der Romantiker, die Ursprache der Menschheit entdeckt zu haben. Geschichte selbst war für Schlegel nichts anderes als der Weg des geschändeten Gottesbildes, das in der äußeren Erfahrung und in der Entwicklung des Lebens vieler kommender und vergehender Weltperioden neu geformt werden müsse. So ist für ihn die Idee der Gottheit, jener Gedanke, der in seiner Reinheit verloren ist, ein Ausruf zur menschlichen Neugestaltung. Das Bild müsse wieder gesucht und wiederhergestellt werden. Er vermutet irgend einen wunderbaren Begriff von der hohen Würde und Herrlichkeit des Nordens, wie er in den indischen Sagen verbreitet ist.1 Als sich die Romantik nach Osten wendete, war es das Indien der Veden, das besonders Friedrich Schlegel in seinem Werk dem heidnischen Griechentum entgegenstellte, das Indien, das nicht die Natur pantheistisch vergöttlichte, sondern die Wirklichkeit als eine aus der Gottheit absinkende Emanation verstand, die Welt in Raum und Zeit nicht als Wahrheit, sondern nur als Schein und Schleier der Maja erkannte und die Götter nicht also Vergottungen der schönen Menschengestalt, wie die griechischen Götter es waren, verehrte, sondern als Sinnbilder tiefster, mystischer Geheimnisse. Es war romantischer Spiritualismus, der die Romantik sich nach dem Osten wenden ließ und von Osten her eine religiöse Erneuerung Europas erhoffte. Goethe aber protestierte gegen Schlegels...

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