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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Anushka Gokhale: Das Fortschrittsdenken und die deutschsprachige Reiseliteratur über Indien nach 1945 - 163

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Indienreise als Reise in eine andere Zeit oder in sich selbst von Anushka Gokhale (Pune/Freiburg i. Br.) Die Repräsentation von Zeit bzw. der Anschluss an die eigene ‚moderne’ Zeit ist schon immer ein entscheidender Faktor bei der Auseinandersetzung Europas mit den außereu- ropäischen Völkern gewesen. Johannes Fabian hat das Denken in linearen Zeitkategorien als den wichtigsten Ausgangspunkt des im aufklärerischen Zeitalter etablierten anthropo- logischen bzw. reiseliterarischen Diskurses herausgearbeitet.1 Man kann in den reiselitera- rischen Texten über Indien nach 1945 beobachten, dass einige Autoren nicht nur eine Bewegung im Raum inszenieren, sondern auch eine auf einer linearen Zeitachse. Es geht mir im Folgenden darum zu untersuchen, wie Reisende ihr Zeitgefühl zum Ausdruck bringen bzw. wann Reisende auf den Maßstab der linearen Zeitkategorien zurückgreifen. Ich erhoffe mir davon, auch Einsicht in ihr Verständnis von ihrer eigenen Sozialisation zu gewinnen. Im ersten Teil des Vortrags behandele ich Texte von Autoren, die in linearen Zeitkategorien denken, d.h. von verschiedenen zivilisatorischen Entwicklungsstadien aus- gehen. Das sind BRD-Autoren wie Ingeborg Drewitz, Günter Grass, Martin Mosebach, aber auch Autoren aus der DDR wie Inge Wangenheim oder Richard Christ. Im zweiten Teil möchte ich Texte von Ulrike Draesner, Felicitas Hoppe behandeln, die meines Er- achtens eine Alternative zu dem teleologischen Blick anzubieten scheinen. Es ist nicht auszuschließen, dass eine solche historisierende Sichtweise von Autoren wie Günter Grass, Ingeborg Drewitz oder Horst Krüger in den 1970er und 1980er Jahren den Mo- dernisierungsversuchen gerecht wird, welche...

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