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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Vishakha Sagdeo: Die kulturellen deutschen Wurzeln im Erzählwerk von Anita Desai - 191

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Die kulturellen deutschen Wurzeln im Erzählwerk von Anita Desai von Vishakha Sagdeo (Göttingen/Nagpur) „All men are created equal“ lautet eine Binsenwahrheit. Aber sind wir wirklich alle gleich? Schnell wird man feststellen, dass zwar alle Menschen gleich sind, aber nicht gleich den- ken und handeln. Um das Fremde zu verstehen, muss man in die fremde Kultur eintau- chen. In dem auf Englisch geschriebenen Roman Baumgartner’s Bombay1 von Anita Desai geht es genau um diese fremden Wurzeln, nämlich ihre kulturellen deutschen Wurzeln. 1) Der deutsche Hintergrund von Desais Mutter Eine auf Englisch schreibende, in einem hybriden Umfeld aufgewachsene indische Auto- rin, die Tochter eines bengalischen Vaters und einer deutschen Mutter – die Beiden hatten sich während des Studiums des Vaters in Berlin kennengelernt –, thematisiert in einem Roman die deutsche Kultur in der indischen Umgebung am Beispiel Hugo Baumgartners, eines deutsch-jüdischen Protagonisten. Da die Mutter eine Deutsche (keine Jüdin) war, ist Desai mit der deutschen Sprache als ihrer Muttersprache im buchstäblichen Sinn auf- gewachsen und wollte immer die deutsche Erziehung und ihre kulturellen Elemente, die ihr durch ihre Mutter vermittelt wurden, in eines ihrer literarischen Werke einbringen.2 Jedoch ist dieser Roman nicht direkt autobiographisch, trotzdem findet man viele auto- biographische Elemente, die die Autorin in diesen Roman eingearbeitet hat, wie z. B. die Erinnerungen ihrer Mutter an die Vorkriegszeit in Deutschland, ihrer deutschen Freunde im Internierungslager und das eingeengte Leben ihrer Mutter in Indien während des Zweiten Weltkrieges. Dieser Roman bot Desai die Gelegenheit, ihren deutschen...

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