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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Familie und NS-Zeit. Erinnerungskulturen zu Beginn der 2000er Jahre 13

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Irit Wyrobnik (Frankfurt am Main) Familie und NS-Zeit. Erinnerungskulturen zu Beginn der 2000er Jahre Thomas Manns Roman Buddenbrooks, Jonathan Franzens Roman Die Korrektu- ren – man könnte die Liste endlos fortführen: Sie zeigt, dass die Familie über Jahrhunderte hinweg ein zentrales Thema der Literatur ist. Dabei scheint für Schriftstellerinnen und Schriftsteller die eigene Familie vielfältiges Anschau- ungsmaterial geboten zu haben. Auch autobiographische Literatur ist in hohem Maße ‚Familienliteratur’. Menschen leben in sozialen Netzen und Beziehungen. Wenn sie über sich schreiben, schreiben sie oft auch über ihre Familien, Freunde und andere ihnen nahe stehende Menschen. So auch in einigen neueren Veröf- fentlichungen, in denen sich Autorinnen und Autoren in Deutschland mit der ei- genen Familienvergangenheit auseinandergesetzt haben. Hier zeigt sich, dass deutsche Schriftsteller sich mit zunehmendem Abstand vom Zweiten Weltkrieg, der NS-Zeit und dem Holocaust immer häufiger und intensiver mit diesem Zeit- abschnitt beschäftigen. Auffallend ist zudem, dass viele Schriftsteller, die man der ‚Kriegskindergeneration’ zurechnen kann, erstmals die Geschichte ihrer ei- genen Familien öffentlich bearbeiten und sich mit der Rolle einzelner Familien- mitglieder (Eltern, ältere Geschwister, etc.) in der NS-Zeit auseinandersetzen. Neben Werken wie Meines Vaters Land von Wibke Bruhns (2004), Am Beispiel meines Bruders von Uwe Timm (2003), Der Tote im Bunker von Martin Pollack (2004) und Mein Kriegsvater von Monika Jetter (2004) sind in den letzten Jah- ren auch mehrere zeitgeschichtliche Jugendromane erschienen wie bspw. Die Zeit der schlafenden Hunde von Mirjam Pressler (2003) und Besuch aus der Vergangenheit von Renate Welsh...

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